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Boulevard

08. Dezember 2016 | 01:09 Uhr

Medien : München Mord: Wo bist Du, Feigling?

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In der vierten Episode der ZDF-Reihe «München Mord» stirbt ein Mann, weil er seine Verlobte verteidigt. Obwohl das Verbrechen in der Öffentlichkeit geschieht, fehlt vom Täter jede Spur. Eine Geschichte, die an einen realen Fall erinnert - und an Friedrich Dürrenmatt.

Friedrich Dürrenmatt schrieb einst über den «perfekten Mord». In seinem berühmten Kriminalroman «Der Richter und sein Henker» wetten Polizist und Verbrecher, ob es möglich ist, mit einem Mord davon zu kommen, der einfach nicht nachzuweisen ist. Die Strategie des Verbrechers: Er tötet Menschen, mit denen er in keinerlei Beziehung steht.

Ein ähnliches Motiv verfolgt auch Dürrenmatts Namensvetter Friedrich Ani in seinem gemeinsam mit Ina Jung geschriebenen Drehbuch für die neue Episode von «München Mord» mit dem Untertitel «Wo bist Du, Feigling?» (Samstag, 20.15 Uhr im ZDF). Darin wird ein junger Mann, der mit seiner Verlobten im Park spazieren geht, in aller Öffentlichkeit von einem vermummten Jogger getötet. Zuvor hatte er die Frau an der Seite des Mannes angespuckt. Das Opfer stirbt, als es ihn zur Rede stellt. Der Täter kann fliehen.

Die Geschichte erinnert aber neben Dürrenmatts Schullektüren-Klassiker auch an einen ganz realen Fall, der als Isar-Mord in die jüngere Kriminalgeschichte eingegangen ist: Am Abend des 28. Mai 2013 tötete ein Unbekannter einen jungen Italiener an der Isar in der Münchner Innenstadt. Der Unbekannte hatte zuvor die Verlobte des Mannes angespuckt. Von dem Täter fehlt bis heute jede Spur.

«Was ist das, Zufall? Eine göttliche Fügung, eine Willkür des Lebens? Schicksal? Es heißt, der Flügelschlag eines Schmetterlings könne die Welt verändern», so beginnt der Film. «Wenn die zufällige Begegnung zweier Menschen, die sich vollkommen fremd sind, zu einem Unfall führt oder zu einem Verbrechen - wie würden wir einen derart zufälligen Mord jemals aufklären?»

Vor dieser unlösbar scheinenden Aufgaben stehen die Ermittler um Ludwig Schaller (Alexander Held). Der Fall treibt die Polizei - und vor allem Ermittlerin Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen), die Zeugin der Tat wurde, den Täter aber nicht stellen konnte, zur Verzweiflung. «Irgendeine Verbindung zwischen Täter und Opfer muss es doch geben.» Doch der Fall wird zunehmend zu einer «Fahndung im Niemandsland», auch wenn die Polizisten sich immer wieder sagen: «Kein Täter ist ein Niemand.»

Als es in der Münchner Boulevardpresse kurz darauf negative Schlagzeilen zur Ermittlungsarbeit gibt, machen DienststellenleiterZangel (Christoph Süß) und Staatsanwalt Holzmann (Simon Schwarz) Druck. Doch Kommissar Schaller lässt sich dadurch nicht beeindruckenund setzt auf seine überaus ungewöhnlichen Ermittlungsmethoden.«München Mord - Wo bist Du, Feigling» ist der vierte Film der ZDF-Samstagskrimireihe mit dem Ermittlertrio Heerwagen Held und Marcus Mittermeier als Harald Neuhauser.

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erstellt am 03.Sep.2016 | 00:01 Uhr

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