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Boulevard

11. Dezember 2016 | 01:24 Uhr

Medien : Meine fremde Frau

vom

«Hallo, Maria.» «Wer sind Sie?» «Ich bin Bruno, dein Mann.» Die Krankenpflegerin Maria Hofer wird angefahren, als sie nachts über die Straße geht.

Aus dem Koma erwacht sie, doch jede Erinnerung an ihre Ehe, ihre Familie, ihr Leben hat sie verloren. Der Unfallfahrer war geflohen. Auf eigene Faust ermittelt ihr Mann, der Staatsanwalt Bruno Hofer - und stößt auf die Geheimnisse, die Maria vor ihm verborgen hatte.

Das ZDF-Krimidrama «Meine fremde Frau» (Mittwoch, 20.15 Uhr) ist mehr Drama als Krimi. Im Mittelpunkt steht die Geschichte einer Familie, die am Erinnerungsverlust der Mutter (Ursula Strauss) zu zerbrechen droht. Darum wickeln sich die Ermittlungen von Bruno Hofer (Harald Krassnitzer). Der einzige Zeuge des Unfalls ist Lukas Horvath (Philipp Hochmair), Dirigent an der Staatsoper - und Marias Affäre. Seine Aussage führt zum Auto des prominenten Bauunternehmers Toni Lorant (Nicholas Ofczarek) und seiner Frau Gloria (Jasmin Gerat), die den Wagen bald nach dem Unfall als gestohlen gemeldet hatte.

Maria kommt vermeintlich genesen heim zu ihren Kindern Lucy (Sophie Stickinger) und Joey (Moritz Uhl), doch die Beziehung zu ihrer Familie muss sie komplett neu aufnehmen. Zuerst wendet sie sich ab vom fremden Mann in ihrem Bett, zuckt zusammen, doch langsam kommt sie ihm wieder näher. Währenddessen deuten die Ermittlungen immer klarer in Richtung des Unternehmer-Ehepaars, bis Gloria Lorant die Tat gesteht. Das widerspricht der Zeugenaussage: Hinterm Steuer soll ein Mann gewesen sein. Doch Dirigent Horvath will als Zeuge den Unternehmer Lorant nicht erkennen, obwohl der als Aufsichtsratschef der Oper sein Vorgesetzter ist.

Hier verstrickt sich die Story tiefer in die Machtverhältnisse der Staatsoper. Ein geschasster Solo-Cellist und Patient der Krankenpflegerin Maria liefert Bruno Hofer und seinem Ermittler-Freund Freddy Turek (Dominik Warta) wertvolle Hinweise zu den Intrigen hinter den Kulissen. Doch der Neustart einer ganzen Ehe bleibt das zentrale Thema des Films. Vor dem Unfall war die Beziehung von Maria und Bruno zerrüttet, desinteressiert. Er erfährt von der Affäre, an die sie keine Erinnerung mehr hat, und will doch nichts mehr, als die neu erwachende Beziehung weiterzuführen.

«Meine fremde Frau» vom Regisseur Lars Becker nutzt ein bekanntes Motiv: den Erinnerungsverlust, der zum Konflikt führt. Vor dem Hintergrund der Krimi-Geschichte kann der Film Beziehung und Ermittlung gut balancieren, leidet aber an teils gestelzten Dialogen und Charakter-Klischees. Bevor sich das Netz um den Unfallfahrer zuziehen kann, überschlagen sich die Ereignisse aber noch einmal - und «Meine fremde Frau» überrascht mit einem turbulenten Ende.

Trailer "Meine fremde Frau"

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erstellt am 25.Mai.2016 | 00:01 Uhr

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