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Boulevard

07. Dezember 2016 | 15:31 Uhr

Film : «Liebe halal»: Komödie aus dem Libanon

vom

Berlin (dpa) - Was geht in der Liebe? Und was kann bei all den libidinösen Irrungen und Wirrungen nicht alles schiefgehen? Das zeigt der libanesische Regisseur Assad Fouladkar in seiner vergnüglichen Komödie «Liebe halal» - ein (züchtiges) Erotikon aus dem islamischen Beirut.

Fouladkar lüftet mit neugierigem Blick den Schleier vor den privaten Gemächern, und was da zum Vorschein kommt, ist aufregend und lehrreich, vergnüglich und zauberhaft zugleich. Vor allem aber räumt Fouladkar mit vielen Vorurteilen und irrgeleitetem Halbwissen über eine häufig noch immer verborgene islamische Welt auf.

Er erzählt drei Geschichten, «die weit von den oft klischeehaften Erzählungen des Terrorismus und des Dschihads entfernt sind. Diese Geschichten handeln von nur einem Thema: Wie man Liebe erlebt», sagte Fouladkar laut Mitteilung. Und das ist - bei allen Besonderheiten - doch ganz, ganz universell.

Die Ehe von Awatef und ihrem Mann Salim etwa ist glücklich - fast jedenfalls, denn Salim denkt die ganze Zeit nur an Sex, und das wird seiner Frau irgendwann einfach zu viel. Obwohl sie ihren Mann sehr liebt, will sie für ihn eine Nebenfrau ins Haus holen. Anfänglich sträubt sich Salim gegen den Gedanken, findet dann aber, zum Verdruss von Awatef, ziemlich schnell Gefallen an der Zweitfrau, der er bald den Vorzug gibt.

Auch bei Batoul und ihrem Mann Mokhtar läuft die Ehe nicht rund. Der extrem eifersüchtige Mann, der ziemlich schnell die Nerven verliert, hat seine Frau schon zweimal verstoßen, ein drittes Mal würde das Ende der Ehe bedeuten.

Hier geht vielleicht eine Ehe zu Ende, dort bahnt sich möglicherweise eine neue an: Loubna ist in Abou Ahmad verliebt, er aber denkt mehr an sein Vergnügen und lässt sich deshalb nur auf eine Ehe auf Zeit ein.

Es sind keine Geschichten aus Tausendundeine Nacht, die Fouladkar hier erzählt. Es sind ganz handfeste Geschichten aus der Welt des Islams, in der bestimmte Regeln das Zusammenleben organisieren. Die Grenzen der Gesetze sind aber auch in der Liebe dehnbar, und mit dem einen oder anderen Trick lässt sich auch eine Regel ein wenig aushebeln. Und wie Liebe und Vorschriften zusammenpassen, davon erzählt «Liebe halal» auf ganz wundersame Weise.

Ganz schön verwirrend ist das manchmal, und Assad Fouladkar hat mit den verschlungenen Stromleitungen, die zwischen die Beiruter Häuser gespannt sind, ein schönes und immer wiederkehrendes Motiv und Bild für die Liebeswirren seiner Protagonisten geschaffen.

Und dann ist da noch die Sache mit dem Wurm, der durch eine missglückte Aufklärungsstunde in der Schule ein merkwürdiges Eigenleben bekommt. Dass Babys aus Würmern entstehen sollen, versetzt die achtjährige Hiba und ihre Schwester in helle Panik...

Liebe halal

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erstellt am 04.Jul.2016 | 10:26 Uhr

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