zur Navigation springen

Boulevard

08. Dezember 2016 | 11:04 Uhr

58. Film-Festival in Lübeck : Krieg, Krimi, Grusel: Diese Filme erwarten Sie bei den Nordischen Filmtagen

vom
Aus der Onlineredaktion

Am Mittwoch wird das Lübecker Festival eröffnet. Mit 186 Filmen ist das Programm so umfangreich wie nie. Eine Auswahl.

Lübeck | Episches Drama und Dokumentationen, skurrile Komödien, und experimenteller Kurzfilm: Film ab heißt es von Mittwoch (2. November) bis Sonntag für bewegte Bilder aus dem Norden und Nordosten Europas. Die 58. Nordischen Filmtage in Lübeck bieten fünf Tage lang einen Querschnitt durch das Schaffen der kreativen Szenen aus Skandinavien und den baltischen Staaten. Grandiose Natur, spannende Serien und Menschen in Krisensituationen prägen das diesjährige Programm.

185 Filme, davon 17 Filme im Spielfilmwettbewerb um den mit 12.500 Euro dotieren NDR-Filmpreis, werden in den vier Festivalkinos sowie diversen Sonderspielstätten – darunter auch einer Open-Air-Bühne – gezeigt. Erstmals werden bei den Nordischen Filmtagen auch 360-Grad-Filme zu sehen sein. Das mobile Fulldome Kino für 360-Grad-Filme unter dem Kuppelzelt wurde mit Hilfe der Stadtwerke Lübeck ermöglicht.

Hier eine Übericht über das Programm. Wenn man einen Film verpasst – meistens kein Problem, die meisten Streifen werden an mehreren Tagen und zu unterschiedlichen Uhrzeiten vorgeführt. Hier finden Sie das komplette Programm der Nordischen Filmtage.

Eine Auswahl:

Der Eröffnungstag (2. November)

Eröffnet wird das Fest der Filme am Mittwoch um 19 Uhr im Kino Kolosseum mit der norwegischen Produktion „Rosemari“ der Regisseurin Sara Johnsen, die mit den beiden Hauptdarstellerinnen zur Eröffnungsfeier erwartet wird. „Rosemari“ handelt von einer jungen Frau, die den falschen Mann heiratet. Bei ihrer Hochzeit findet sei ein Neugeborenes auf der Toilette, dem sie Jahre später wieder begegnen wird.

 

„Im Blut“ (22.30 Uhr) von Rasmus Heisterberg zeichnet ein liebevolles Porträt der Stadt Kopenhagen anhand der Geschichte von Medizin-Studenten, die das Erwachsenwerden einholt.


Nordisches Leben und eine Weltpremiere am Donnerstag (3. November)

Der Tag beginnt mit dem Kurzfilmprogramm  „Love and War“ im CineStar 1. Nebenan entführt der 30-Minüter „Im Herzen des Landes“ den Zuschauer in des Leben eines Paare auf einem Milchbauernhof im Herzen Finnlands. Es ist die zweite Vorstellung des Streifens von Kaisa Astikainen.

Am Abend geht es hinter die Kulissen einer schwedischen Nachrichtensendung. Mithilfe von Aufnahmen der Studiokameras zeigt der Film „Because the World Never Stops“, was in einer Livesendung passiert, wenn das rote Lämpchen gerade nicht leuchtet.

 

Und was machen die kreativ so umtriebigen Isländer? Sie treten mit Baltasar Kormákurs „Eidurinn“ („der Eid“, erstmals 13.45 Uhr im Cinestar) auf die Bildfläche. Es ist die Charakterstudie eines gutbürgerlichen Vaters, der bis zum Äußersten gehen würde, um seine in die Drogensucht abdriftende Tochter zurückzuholen.

Am Abend feiert „Kleinstadt“ von Johan Löfstedt Weltpremiere. Die Grenzen zwischen Dokumentation und Fiktion geraten ins Schwimmen, wenn ein schüchterner junger Mann sich durch den Tod eines geliebten Menschen verändert und für das Theater begeistert.


Retrospektiven und Kriesenregionen: Die Filme am Freitag (4. November)

Der Krieg und seine Folgen sind seit „1864“ das beherrschende Thema des dänischen Films. Das Trauma und die Wunden jahrzehntelanger Einsätze des Militärs in den Krisenregionen der Welt bettet auch die Liebesgeschichte in Lisa Ohlins „Die Standhaften“ ein (19.30 Uhr, CineStar 3).

Das 1943er Drama „Die Vögel über dem Sund“ von Nicolo Donato basiert auf wahren Begebenheiten. Die Flucht einer Familie durch Dänemark vor der Gestapo.

Eine ganz neue, realistische Perspektive auf Krieg und Zerstörung zeigt Ambulance. Als im Sommer 2014 nach einer Reihe von Provokationen zwischen Israel und den Palästinensern wieder Bomben auf seine Stadt fallen, steht Mohamed Jabaly gerade mit der Kamera in einem Krankenhaus. Der Filmemacher entschließt sich, diesen Krieg im eigenen Haus zu durchleben und verschanzt sich dort.

Die Filmtage gelten außerhalb Skandinaviens als Europas wichtigste Werkschau für Produktionen aus dem Norden und Nordosten des Kontinents. Im vergangenen Jahr kamen 30.500 Besucher. In etwa so viele werden auch in diesem Jahr erwartet.

Traumwelten am Samstag (5. November)

„Von Bananenbäumen träumen“ (16.15 Uhr,  CineStar 7) spielt wider Erwarten in Norddeutschland. Ein Dorf muss Geld verdienen, um die Landflucht zu bändigen. Die Lösung sind afrikanischer Welse und Bananenbäume, der Weg dahin ist Gülle. Antje Hubert hat die Entwicklung von Oberndorf drei Jahre verfolgt und feine Portraits der Bewohner gezeichnet.

Regisseur Philipp Scholz widmet sich mit seiner Produktion „1000 Mexikaner (20.45 Uhr, CineStar 7) der wohl norddeutschesten aller trendigen Party-Spirituosen, dem Tomatensaft-Gebräu Mexikaner. Es geht um Abschiede, Konflikte, das Scheitern und unerwünschte Begegnungen in der Nacht.

Foto: Filmforum

Isländische Dorfgemeinschaft, Landschaft, Meer, Freundschaft, Vertrauen und Liebe. „Herzstein“ (22:00 Uhr im Kolosseum) von Gudmundur Arnar Gudmundsson ist ein vielschichtiges Drama im jugendlichen Geist.

Hell und Dunkel: Das Finale am Sonntag (6. November)

„Der Tag wird kommen“ (10 Uhr, Kolosseum) von  Jesper W. Nielsen zeichnet ein Bild des Dänemarks Ende der 1960er im Kontext der erst 2011 aufgeklärten Umstände der damaligen Heimunterbringung. De Brüder Elmer und Erik sind Opfer schwarzer Pädagogik und weit weg vom Gefühl des Aufbruchs, das die anderen Menschen in diesen Jahren von Woodstock, '68 und Mondlandung erleben.

 

Erik Skjoldbjærgs Film „Pyromaniac - Bevor ich verbrenne“ zündet um 13.30 Uhr zum letzten Mal bei den Nordschen Filmtagen. Bis auf den Mittwoch wird das Drama an allen Tagen gezeigt. In einem norwegischen Dorf treibt sich ein Brandstifter herum, der nicht nur Häuser und Ställe, sondern auch die Konflikte der Menschen lichterloh in Brand setzt.

 

Wer es vorher noch nicht geschafft hat, sollte die Gelegenheit beim Schopfe packen, dem „FullDome“ mit seiner 360-Grad-Leinwand noch einen Besuch abzustatten. Um 17 Uhr laufen dort die Naturfilme „Uhrwerk Ozean 360°“ und „Unter den Wellen 360°“ . Es ist eine Reise von der Tiefsee bis ins Weltall und zurück zur Meeresoberfläche und eine Reise zum Meeresgrund.

Die isländische Serie „Trapped – E1&2“ im Kino Koki schließt das Festival ab. Sieben Jahre nach einem verheerenden Feuer, für das er verdächtigt wurde, kehrt Hjörtur mit dem Schiff in seine Heimat, das beschauliche Hafenstädtchen Seyðisfjörður zurück, dort wo die Linienfähre aus Dänemark anlegt. Er erntet Argwohn, erst recht, als eine Leiche auftaucht. Dann setzt auch noch eine Blizzard ein und schneidet das ostisländische „Tor zur Welt“ vom Rest ab. Es wird schaurig. Baltasar Kormákur entfaltet über zehn Folgen eine komplexe Kriminalgeschichte.

zur Startseite

von
erstellt am 01.Nov.2016 | 20:05 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert