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Boulevard

23. Januar 2017 | 01:40 Uhr

TV-Tipp : «Kommissarin Heller» tritt ihren Kollegen auf die Füße

vom

Sie ist bockig und unkonventionell: «Kommissarin Heller» gehört zu den interessantesten Fernseh-Ermittlerinnen. Im ZDF ist nun ein neuer Fall mit Grimmepreisträgerin Lisa Wagner zu sehen.

Betriebsfeiern sind nicht Kommissarin Hellers Ding. Während der Chef eine Abschiedsrede auf einen Kollegen hält, tritt sie lautstark gegen den streikenden Kaffeeautomaten. Und anstatt Smalltalk zu halten, trinkt die Ermittlerin lieber Bier und steht alleine im Regen.

Als während des Ausstands eine Streifenpolizistin bei einem Einsatz in einer leerstehenden Fabrik in Wiesbaden niedergeschlagen wird und später stirbt, glaubt Heller nicht daran, dass Junkies dahinterstecken. Stattdessen vermutet sie einen Hinterhalt, schnüffelt im Kollegenkreis herum - und macht sich dadurch viele Feinde.

Mit «Nachtgang» zeigt das ZDF an diesem Samstag um 20.15 Uhr den sechsten Fall der Krimireihe «Kommissarin Heller». Lisa Wagner, eine der derzeit spannendsten deutschen Darstellerinnen, spielt die Ermittlerin, die sich angenehm von glattgebügelten TV-Figuren abhebt. Winnie Heller ist unbequem, unkonventionell und unangepasst. «Das ist kein Trick, ich verhalte mich immer unsensibel», hat sie einmal über sich gesagt.

Heller ist Einzelgängerin und traumatisiert durch den Tod ihrer Schwester. Zuhause warten nur die Fische im Aquarium auf sie. Mit ihren Alleingängen provoziert sie immer wieder ihren Polizei-Partner, den etwas behäbigen Familienvater Henrik Verhoeven (Hans-Jochen Wagner). Auch im neuen Fall ist er nicht begeistert davon, dass Heller scheinbar ungerührt die Kollegen der gerade getöteten Polizistin unter die Lupe nimmt. Und von denen schlägt ihr schnell offene Feindschaft entgegen. Die Kommissarin macht trotzdem weiter.

Die neue Folge braucht ein bisschen, um die Fäden zusammenzuführen, ist dann aber spannend und intensiv bis zum Schluss. Regie führte erneut Christiane Balthasar - wie bei den fünf Folgen davor. Grundlage für «Kommissarin Heller» sind die Krimis von Silvia Roth.

«Ich mochte Winnie von der ersten Minute an, weil sie bockig ist und weil man bei ihr auf alles gefasst sein muss. Das macht Spaß zu spielen. Die Zuschauer erwarten dies, und ich mache etwas anderes, herrlich», sagte Wagner in einem Interview des Senders. Schon für den ersten Film der Krimireihe, «Tod am Weiher», wurde sie mit dem Hessischen Fernsehpreis ausgezeichnet. «Lisa Wagners Kommissarin Heller ist der seltene Fall eines Filmcharakters, der einem immer dann, wenn man glaubt, ihn verstanden zu haben, eine neue, unerwartete Seite zeigt - ganz so, als wäre sie ein echter Mensch», hieß es in der Jury-Begründung.

Für ihre Rolle einer Anwältin in dem hochgelobten Münchner «Tatort: Nie wieder frei sein» hatte die die langjährige Theaterschauspielerin zuvor unter anderem den Grimme-Preis erhalten. Seit einiger Zeit ist sie an der Seite von Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl im «Tatort» aus München als Fallanalytikerin im Einsatz. Wagner spielte außerdem in der ARD-Erfolgsserie «Weissensee» mit und war Anfang des Jahres in dem ZDF-Dokudrama «Letzte Ausfahrt Gera» als mutmaßliche NSU-Terroristin Beate Zschäpe zu sehen.

Als Kommissarin Heller hat sie in diesem Jahr die siebte Folge abgedreht. In «Verdeckte Spuren» (Regie: Andreas Senn) müssen die beiden Wiesbadener Kommissare eine Einbruchserie mit zwei Morden aufklären. Ein Sendetermin steht laut ZDF noch nicht fest.

Kommissarin Heller

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erstellt am 16.Sep.2016 | 23:59 Uhr

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