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Boulevard

07. Dezember 2016 | 17:35 Uhr

Medien : Inspektor Jury - Der Tote im Pub

vom

Ein Toter lagert in einem Holzfass, wenig später hängt ein weiterer an einem Dachgiebel. So beginnt der Film «Inspektor Jury - Der Tote im Pub», der an diesem Mittwoch (20.15 Uhr, ZDF) zu sehen ist.

Ein dritter Toter im Pub kommt später noch dazu. Ganz schön was los also in einem kleinen englischen Kaff. Long Piddleton im Südwesten Englands ist im Grunde eine hübsche, aber doch ziemlich langweilige Ortschaft. Mit der beschaulichen Idylle ist es vorbei, als die Leichen entdeckt werden.

Das müssen auch die beiden Kommissare feststellen, die Scotland Yard dorthin geschickt hat: Der einsame Inspektor Richard Jury (Fritz Karl, 47) und sein stets kränkelnder Assistent Sergeant Wiggins (Arndt Schwering-Sohnrey). Bald gesellt sich noch Melrose Plant, Earl of Caverness (Götz Schubert), hinzu: Er schnüffelt einfach zu gerne herum - ebenso wie seine erbschleicherische amerikanische Tante Agatha (Katharina Thalbach).

Die Ermittlungen ergeben, dass die Opfer ermordet wurden und zuvor jemanden erpresst haben. Einige Bewohner des Städtchens benehmen sich merkwürdig und kommen sogleich als mögliche Täter in Frage: die Halbschwestern Rivington, Isabel (Julia Stemberger) und Vivian (Julia Brendler), der schwule Antiquitätenhändler Trueblood (Anatole Taubman) und der schauspielernde Wirt Matchett (Bernhard Schir). Erschwerend kommt hinzu, dass sowohl Jury als auch Melrose Plant Gefühle für die aparte Vivian Rivington entwickeln, die eine schwere Schuld mit sich herumträgt. Zu ihrem 33. Geburtstag erwartet sie eine größere Erbschaft, was für sie gefährlich wird.

Der Zuschauer gerät höchstens in Gefahr, vor dem Fernseher einzuschlafen. Zu betulich ist das Geschehen in Szene gesetzt. Die Schauspieler stapfen sichtlich angestrengt durch eine bilderbuchartige Landschaft, die ein längst vergangenes England mit verspielten Häkeldeckchen und merkwürdig bemützten Gestalten heraufzubeschwören versucht. Melrose Plant als dekadenter Adliger, der seine Titel abgelegt hat, mag ja noch angehen. Auch Katharina Thalbach als exaltierte Tante hat ihre lustigen und nervtötenden Momente. Warum jedoch ausgerechnet Fritz Karl einen britischen Kommissar spielen muss, bleibt den Zuschauern verborgen, genau wie die Frage, wer ihm seine seltsame Frisur verpasst hat.

Zumindest in diesem Punkt gibt es eine Aufklärung: «Bei "Inspektor Jury" hat sicher jeder Leser oder Zuschauer eine andere Vorstellung davon, wie dieser Mann ausschaut. Also habe ich die Frisur selbst entworfen. Wenn er da an der Klippe steht, und die Locken wehen - das macht schon etwas her», sagte Fritz Karl im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. «Ich habe mit der Autorin Martha Grimes sprechen können. Sie wollte ursprünglich Melrose Plant als einzigen Ermittler in ihren Romanen haben, ehe man ihr sagte, er müsse einen Inspektor an seine Seite bekommen.» So kam Inspektor Jury hinzu. «Sie beschreibt in ihren Romanen ja alle Figuren ziemlich genau - nur Inspektor Jury nicht. Insofern ist er eine reine Projektionsfläche. Also war ich zunächst völlig verzweifelt - und habe mir dann die Figur für den Film zurechtgebastelt.» Damit müssen Sie nun leben!»

"Dert Tote im Pub"

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erstellt am 20.Apr.2016 | 00:01 Uhr

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