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Boulevard

10. Dezember 2016 | 04:02 Uhr

TV-Tipp : Heiraten ist nichts für Feiglinge

vom

Frau trifft Mann, Mann hat aber schon eine Frau, es geht hin und her, und am Ende kriegen sie sich. Oder auch nicht. Das kann ganz unterhaltsam sein, muss es aber nicht.

Liebeswirren im deutschen Fernsehfilm hat man schon zuhauf gesehen. Oft stehen dem Liebespaar dabei allerlei Hindernisse im Weg: aktuelle Partner, Ex-Partner, wohlmeinende Eltern oder Freunde, große Entfernungen.

Oder aber die beiden bemerken einfach nicht, dass sie füreinander bestimmt sind. Das kann man sehr schön beobachten in der Komödie «Heiraten ist nichts für Feiglinge», an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) im ZDF.

Die Heldin des Filmes ist Kathi (Anna Maria Sturm), deren Freund Markus (Bernhard Piesk) gerade das Weite gesucht hat. Nun versucht sie, auf einem Datingportal einen Freund zu finden, oder doch zumindest einen Begleiter für die Hochzeit ihrer besten Freundin Caro (Nadja Becker) mit Jan (Maximilian Grill), bei der sie Trauzeugin sein soll. Das klappt leider nicht - weil da nur «Vollpfosten» unterwegs sind. Allerdings gefällt ihr der andere Trauzeuge recht gut: Theo (Kostja Ullmann) ist dummerweise vergeben und mit Brith (Jasmin Schwiers) zusammen.

Auf der Hochzeit taucht ausgerechnet Markus wieder auf, mit seiner neuen Freundin - was ihn jedoch nicht daran hindert, Kathi erneut Avancen zu machen. Schließlich kommt Kathi dahinter, dass der Typ im Internet, der ihr unter dem Namen «Lotsch» so tolle Sachen schreibt, ausgerechnet Theo ist.

Soweit zur Handlung, die eher schlicht gestrickt ist. Regisseur Holger Haase («Da geht noch was») zeigt schöne Bilder und jede Menge Klischeetypen: Da ist der weiche Theo als beruflicher Überflieger im strengen Zeitkorsett, das ihm seine ehrgeizige und dominante Freundin auferlegt («Wir haben exakt 2,5 Stunden Zeit für Dinner und Gesellschaftsspiel»). Und da ist die burschikose Kathi, die ihre eigenen geschriebenen Handy-Sprechblasen vorlesen muss (die obendrein eingeblendet sind) und allmählich darüber verzweifelt, ob sie ihren Schwarm wohl bekommt. Wer viele Liebeskomödien schaut, weiß natürlich, wie es ausgeht - und auch jeder andere könnte es bald ahnen.

Kostja Ullmann (32, «Coming In», «3 Türken und ein Baby») hat künstlerische Wurzeln: Sein Vater ist Schauspieler und leitete seine eigene Schauspieleragentur, seine Mutter ist Tänzerin und stammt aus Bombay. «Zwischen Kathi und Theo dauert es zwar ein bisschen, aber das macht es nicht weniger spannend», sagte Ullmann, der in Hamburg lebt, der Deutschen Presse-Agentur. «Im Gegenteil. Erst können sich die beiden ja nicht wirklich leiden. Doch dann entdeckt Theo etwas an Kathi, was er in seiner bisherigen Beziehung zu Brith vermisst hat. Kathi ist bodenständig, direkt und sie weiß was sie will ohne dabei übergriffig zu sein.» Sie öffne ihm die Augen dafür, dass in seiner Beziehung mit Brith etwas nicht stimmt.

An Kostja Ullmann und vor allem an seiner wunderbar erfrischend spielenden Kollegin Anna Maria Sturm liegt es nicht, dass die harmlose Komödie erst in der zweiten Hälfte einigermaßen in Fahrt kommt - ähnliches hat man einfach schon hundert Mal gesehen. Aber mit einem ziemlich durchgeknallten DJ (Daniel Zillmann) taucht dann ein schräger Typ auf. Der sieht zwar verboten aus, darf aber einige hübsche Sachen sagen wie «Da bin ich doch lieber allein als mit einem Arsch zusammen!» Dem ist nichts hinzuzufügen.

Heiraten ist nichts für Feiglinge

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erstellt am 06.Okt.2016 | 00:01 Uhr

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