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Boulevard

03. Dezember 2016 | 22:58 Uhr

Musik : Hauptsache deep: Neue Watergate-EP von Matthias Meyer

vom

Hamburg (dpa) - «Vier Tracks, nur Hits, keine Füller», so lässt sich «Watergate 20», die Ende Mai auf Vinyl und digital veröffentlichte neue EP von Techno-Musiker Matthias Meyer in aller Kürze beschrieben.

Der aus Lüneburg stammende Musikproduzent und DJ brachte 2006 seinen ersten Track «Reichenbach» auf dem in Hamburg ansässigen Label Liebe*Detail heraus. War dieser Track noch für die Peaktime auf dem Dancefloor gedacht, schaltete Matthias in seinen folgenden Veröffentlichungen einen Gang zurück und hatte spätestens mit dem 2008er Stück «Tout Va Bien« die wesentlichen Bestandteile seiner musikalische Signatur definiert.

Zu dieser Signatur gehören bis heute die hervorragende Produktion und der behutsame Aufbau der Tracks, die souveräne und vielschichtige Rhythmussektion, der ganz spezielle Orgel-Sound mit Wiedererkennungswert und die Tendenz, die Stücke nicht zur Explosion zu bringen, sondern die Spannung beständig auf einem hohen Niveau zu halten.

Nach weiteren vielgelobten Veröffentlichungen, bevorzugt auf seinem Stammlabel Liebe*Detail und häufig in Zusammenarbeit mit seinem Label-Kollegen Patlac, heuerte Matthias Anfang 2014 beim Berliner Watergate Club als Resident DJ an. Das clubeigene Label nahm sich seiner ebenfalls an und brachte die auf Vinyl mittlerweile sehr gesuchte «Becuz» EP des neuen Residents noch im selben Jahr heraus.

Im Jahr 2016 folgte dann mit der zwanzigsten Watergate-Mix-Compilation ein von Matthias geschmackssicher zusammengestelltes DJ-Set, das neben einigen neueren Stücken auch viele ältere aber noch immer äußerst frisch klingende Favoriten des Watergate DJs enthielt. Ebenfalls waren auf der CD vier exklusive Tracks zu finden, die auf der vorliegenden EP nun erstmals in voller Länge erhältlich sind. «LA Strings», der erste Track der neuen «Watergate 20»-EP, stammt von Matthias selbst und knüpft nahtlos an seine «Becuz»-Veröffentlichung an. Dabei nimmt sich auch «LA Strings» alle Zeit der Welt beim Aufbau und arbeitet mit einer souveränen Rhythmussektion inklusive einem auf den Punkt gebrachten Basslauf. Dazu kommen noch Geigenklänge sowie zuerst leicht deplatziert wirkende Flöten- bzw. Orgelsounds, die allerdings nur beim erstmaligen Hören irritieren.

Das nachfolgende Stück «Uluwatu» wurde ebenfalls von Matthias produziert und beginnt tiefenentspannt und unscheinbar mit einer simplen Tonfolge und entpuppt sich spätestens mit den einsetzenden Hi-Hats als extrem cooler Track. Die Breaks und Flächen sind allesamt perfekt positioniert und das eingesetzte Voice-Sample wird so clever dosiert, dass es den Track deutlich bereichert anstatt zu nerven. «Uluwatu» ist in seiner kühlen aber stimmungsvollen Wirkung und seiner makellosen Funktionalität dabei einer der Höhepunkte der EP.

Ein weiterer Höhepunkt ist das Stück «Turgoyakk» des Künstlerduos Gorje Hewek & Izhevski, die schon auf dem amerikanisch-russischen Label Pro-Tez mit «Nomdetemps» zwei Deep-House-Tracks für die Ewigkeit ablieferten. «Turgoyakk» hält dieses hohe musikalische Niveau, ist wie immer supersauber produziert und überzeugt mit einer effiziente Bassarbeit und einem unendlich langen und extrem effizienten Break, der im richtigen Club zur richtigen Uhrzeit gespielt für pure Magie sorgen wird.

Für den würdigen Abschluss sorgt dann die Kollaboration des auf Musik Gewinnt Freunde, Kindisch und Moodmusik veröffentlichenden YokoO und seines aus Melbourne stammenden Kumpels Retza. Ihr gemeinsamer Deep House Track «Satori» ist noch ein Tick ruhiger als die vorhergehenden Stücke und rundet mit seinen präzise ausgearbeiteten Drumsounds und den sphärischen Flächen den sehr guten Gesamteindruck diese EP treffend ab.

Mit der «Watergate 20» EP veröffentlicht das Berliner Label vier außerordentlich starke und zeitlos produzierte Tracks von Künstlern, die in jede Deep- und Tech-House-Watchlist gehören. Watergate und Matthias Meyer demonstrieren darüber hinaus mit ihrem jüngsten Output, welcher perfekte musikalische Einklang aus der Symbiose von Club, Label, Produzent und DJ entstehen kann.

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erstellt am 31.Mai.2016 | 12:11 Uhr

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