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Boulevard

08. Dezember 2016 | 01:09 Uhr

Musik : Haley Bonar: Starke Songs, himmlische Stimme

vom

Zwischen hämmernde Drums schleicht sich ganz verhalten eine Akustikgitarre ein, die E-Gitarre setzt einige schneidende Akzente, eine Synthie tuckert dumpf im Hintergrund - alles strebt dem Klimax zu, während Haley Bonar in «I Can Change» über den Ausbruch aus überkommenen Mustern singt.

«Ich könnte so glücklich sein, wenn ich das Glück bei mir zuließe», singt die US-Amerikanerin mit zauberhafter und leicht schläfrig klingender Stimme zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Angst und Depression. In diesem einen Song liegt die ganze Kraft und Stärke von Haley Bonar, die ihr neues Album mit einem Anflug von Defätismus «Impossible Dream» genannt hat.

Mit plötzlichen Ausbrüchen und Veränderungen kennt sich die 1983 geborene Singer-Songwriterin gut aus. Alan Sparhawk (Low) sah die junge Musikerin einst in einem Pub in Duluth, Minnestoa und lud sie in seiner schieren Begeisterung gleich zu einer Tournee mit seiner Band ein. Die damals 19-Jährige ließ daraufhin College College sein, quetschte sich in einen Honda Civic und machte sich auf den Weg.

Auf dem Weg ist die Sängerin und Gitarristin immer noch, wenn auch nicht mehr so häufig, seitdem sie vor einigen Jahren Mutter geworden ist. Nach der Veröffentlichung zahlreicher Alben, unter anderem auch mit ihrer Band Gramma's Boyfriend, ist die Anerkennung stetig gewachsen. So wurde ihr letztes Album «Last War» von Rough Trade auf die Liste der 100 Top-Alben des Jahres 2014 gesetzt. «Impossible Dream» hat gute Chancen, auf der diesjährigen Liste zu landen.

Geradezu schunkelig mit einer Art süßem Wiegelied eröffnet sie das Album, um nach dem Country-esken Song «Hometown» mit «Your Mom Is Right» die müden Geister mit einem pumpenden Schlagzeug und starkem Basslauf sogleich wieder zu wecken und mit «Kismet Kill» ihre ganz ungestüme und wilde Punk-Seite zu zeigen.

Ein perfekter Aufbau sich permanent steigernder Dynamik und Dramatik, der schließlich in «I Can Change» seinen ersten Höhepunkt findet, hinter den Haley Bonar, nachdem sie im ersten Drittel des Albums ihren Claim abgesteckt hat nicht mehr zurückfällt. Zehn ganz stark Songs zwischen Traum und Alptraum.

Tourdaten: 13.10. Hamburg - Kleiner Donner, 14.10. Berlin - Privatclub, 15.10. München - Hauskonzerte, 16.10. Offenbach - Hafen 2

Website Haley Bonar

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erstellt am 08.Aug.2016 | 06:00 Uhr

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