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Boulevard

10. Dezember 2016 | 15:50 Uhr

Jugendgefährdende Medien : Gericht: Bushidos Album „Sonny Black“ bleibt auf dem Index

vom

Der Rapper hatte gegen die Indexierung seines neuesten Albums geklagt. Damit war er nicht erfolgreich.

Köln | Juristische Niederlage für Bushido: Das Album „Sonny Black“ des Rappers bleibt weiter als jugendgefährdend eingestuft und darf nicht an Jugendliche verkauft werden. Das Verwaltungsgericht Köln bestätigte am Freitag eine entsprechende Entscheidung der Bundesprüfstelle in Bonn. Es stufte das Album zwar als Kunstwerk ein, setzte den Jugendschutz aber höher an.

Gangster-Rapper Bushido, auch unterwegs als „Sonny Black“, spricht ein junges Publikum an. Seine Alben schafften es in den vergangenen Jahren in Deutschland regelmäßig auf Platz 1 der Charts.

Die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) hatte das 2014 erschienene Album „Sonny Black“ im April 2015 auf den Index für jugendgefährdenden Medien gesetzt. Die Bundesbehörde stufte die Liedtexte als verrohend, gewaltverherrlichend und diskriminierend ein. Dagegen klagte der Rapper. Das Verwaltungsgericht wies die Klage am Freitag ab und bewertete die Entscheidung als rechtmäßig.

Die Behörde begründet die Indexierung unter anderem so:

  • Die Texte wirkten „verrohend, verherrlichen einen kriminellen Lebensstil, insbesondere den Drogenhandel, und diskriminieren Frauen und homosexuelle Menschen“.
  • Die Texte bestünden „ausnahmslos aus Selbstüberhöhungen, sexuellen Diskriminierungen und Gewaltdarstellungen“.
  • Frauen würden durchweg mit herabwürdigenden, beleidigenden Begriffen belegt und als minderwertige Sexobjekte dargestellt.
  • „Neben Wortspielereien sind in einem aus Sicht der Bundesprüfstelle unvertretbaren Maße real nachvollziehbare Gewaltschilderungen und andere kriminelle Akte dominant, die als Handlungsmaximen durchaus von hierfür anfälligen Rezipierenden angenommen werden können.“
  • „Die Wahrscheinlichkeit, dass Minderjährige die geäußerten Demütigungen in ihren Wortschatz und in ihr eigenes Verhalten übernehmen, wird seitens des Gremiums als sehr hoch eingeschätzt.“

Bushido, der nicht selbst im Gericht erschien, kann dagegen Berufung beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen. In einem ähnlichen Fall hatte er dort im vergangenen Jahr einen Erfolg erzielt. Das Gericht entschied, dass der Bushido-Song „Stress ohne Grund“ zu Unrecht auf der Liste jugendgefährdender Medien stehe.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 16:08 Uhr

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