zur Navigation springen

Boulevard

29. September 2016 | 13:52 Uhr

Medien : «extra 3» feiert - Erdogan für Satirepreis nominiert

vom

Zum 40. Geburtstag vergibt das Satiremagazin «extra 3» einen Satirepreis - und der Moderator Christian Ehring freut sich auf rosige Zeiten für Satiriker.

Das TV-Satiremagazin «extra 3» vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) wird 40 und will das mit der Verleihung eines Satirepreises feiern: Zu den Nominierten gehören der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan, der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und Altkanzler Helmut Kohl.

Der Komiker Oliver Kalkhofe wird die Auszeichnung vergeben - «an Menschen, die sich in den vergangenen Jahren um die Satire verdient gemacht haben», sagt Redaktionsleiter Andreas Lange am Donnerstag in Hamburg. Erdogan etwa hatte sich über ein kritisches Lied empört, das «extra 3» über ihn verfasst hatte.

In der einstündigen Gala, die das NDR Fernsehen am Mittwoch (28. September (22 Uhr) zeigt, soll es ansonsten nicht um Größen aus Politik, Wirtschaft, Kirche und Kultur gehen: «Wir wollen uns mal nur mit uns selbst beschäftigen», sagte Lange. Seit der ersten Ausgabe habe sich «extra 3» immer wieder neu erfunden. Mit der Sendung hätten sich auch die Zuschauer verändert, erklärte Lange. Während das Stammpublikum im Fernsehen im Schnitt über 60 Jahre alt sei, erreiche die Sendung im Internet deutlich jüngere Menschen. Die letzte Sendung am Mittwoch erreichte etwa 250 000 Fernsehzuschauer (Marktanteil: 7,9 Prozent). Das Erdogan-Lied verzeichnet rund 10 Millionen Klicks.

Auch die Reichweite sei gewachsen, betonte der Redaktionsleiter. Das habe sich zuletzt im Frühjahr gezeigt, als «extra 3» mit dem Lied über Erdogan einen politischen Eklat auslöste. Erdogan bestellte den deutschen Botschafter ein und verlangte die Löschung des Beitrags, was für die Macher nicht infrage kam. Den Konflikt griff der Moderator Jan Böhmermann in seiner Sendung «Neo Magazin Royale» auf - und verlas ein Gedicht mit dem Titel «Schmähkritik», das sich ebenfalls gegen den türkischen Präsidenten richtete. Erdogan verklagte den Moderator - und in Deutschland brach eine Debatte über Meinungs- und Kunstfreiheit los.

Sind ernste Zeiten für die Satire angebrochen? «Es sind die besten Zeiten», sagte Moderator Christian Ehring. «Ich hatte lange das Gefühl, dass Satire ausstirbt. Das Gegenteil ist der Fall. Sie war nie wichtiger als heute.» Denn jede Satire habe einen ernsten Kern. Auch Redaktionsleiter Lange betonte: «Wenn man sich Donald Trump anschaut oder Frauke Petry, die den Begriff «völkisch» wieder positiv besetzen möchte», dann zeige sich, dass es eigentlich oft um realen Irrsinn gehe. Dass «extra 3» der Stoff ausgehe, sei nicht abzusehen.

«40 Jahre sind eine gute Halbzeit», sagte Frank Beckmann, Programmdirektor Fernsehen beim Norddeutschen Rundfunk (NDR). Den 40. Geburtstag beging «extra 3» bereits am Dienstag - gefeiert wird mit der Gala am 28. September. In der Sendung werden die Musiker Olli Schulz, Revolverheld und Johannes Oerding als Gäste erwartet.

Seite zur Sendung

zur Startseite

von
erstellt am 22.Sep.2016 | 14:54 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert