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Boulevard

08. Dezember 2016 | 01:09 Uhr

Medien : Ex-ZDF-Chefredakteur Klaus Bresser wird 80

vom

Klaus Bresser zählt zu den prägenden Figuren des deutschen Nachrichtenjournalismus. Über viele Jahre stellte er bei «Was nun, ...?» und bei den Interviews im «heute journal» die Fragen. Als ZDF-Chefredakteur konzipierte er «Frontal 21» und «Berlin direkt».

Heute steht Bresser nicht mehr im Rampenlicht, besucht aber weiter Veranstaltungen von Regierung, Botschaften und Stiftungen. «Ich lebe in Berlin, weil hier die Musik spielt – politisch, gesellschaftlich, kulturell», sagte er der Deutschen Presse-Agentur vor seinem 80. Geburtstag am 22. Juli.

Weiterhin beschäftigt sich Bresser mit aktuellen Fragen, etwa zum Medienwandel. «Von den sogenannten sozialen Medien haben wir uns eine Demokratisierung der Kommunikation erhofft. Aber der Diskurs hat sich weniger demokratisiert als polarisiert, ja brutalisiert», sagte er. Im Fernsehen hätten sich die Privatsender in Bezug auf die Nachrichten den öffentlich-rechtlichen Sendern angenähert. «Nach den ersten wilden Jahren des Wettbewerbs ist inzwischen klar, dass die Information das Lebenselixier der Sender ist», sagt er.

«Ich hätte nie etwas anderes werden können als Journalist», hat Bresser einmal gesagt. Während seines Studiums macht er in Aachen ein Volontariat beim «Kölner Stadt-Anzeiger» und wird mit 26 Chefreporter der Zeitung. 1964 wechselt er zum Westdeutschen Rundfunk (WDR), hebt die Sendung «Monitor» mit aus der Taufe und entwickelt später das «Tagesthema», den Vorläufer der heutigen «Tagesthemen» im Ersten.

1978 geht Bresser zum ZDF, gründet gemeinsam mit Dieter Kronzucker das «heute-journal», wird Moderator und später Leiter des Magazins. Von 1988 bis 2000 ist Bresser Chefredakteur. Auf seine Initiative gehen Sendungen wie das «Morgenmagazin», «Frontal 21», «Berlin direkt» und «Maybrit Illner» zurück. Sein Lebensmotto: «Wer die Welt so beschreibt, wie sie ist, auch der verändert sie.»

Wie er Politikern auf den Zahn fühlen konnte - das mache ihn zu «einem der großen Fragensteller des Landes», sagte der ehemalige n-tv-Chef Helmut Brandstätter einst über Bresser. Er hatte sie alle vor der Kamera: Helmut Schmidt, Otto Graf Lambsdorff, Gerhard Schröder und Franz Josef Strauß. Helmut Kohl erzählte ihm von den zwei Millionen Mark, die an der CDU-Parteikasse vorbeiflossen.

Und was möchte er zum Geburtstag? «Ich wünsche mir ein Fernsehen, in dem das Leichte nicht das Schwierige ersetzt. Ablenkungen nicht Ansprüche verdrängen, Zerstreuung nicht Aufklärung», sagt er. Das Fernsehen dürfe dem Zuschauer ruhig etwas zumuten. «Im Zweifel bin ich für Qualität und Anspruch.»

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erstellt am 21.Jul.2016 | 08:19 Uhr

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