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Boulevard

07. Dezember 2016 | 19:27 Uhr

Medien : Dit is Fußballl

vom

Um den Fußballclub SBC Torpedo steht es schlecht. «Wir sind die größte Gurkentruppe aller Zeiten. Und jetzt haben sie uns auch noch den Strom abgestellt», kotzt sich Spieler Kevin (Nikolaus Sternfeld) vor versammelter Mannschaft aus.

Den Kickern droht der Abstieg in die Kreisliga. Und das Match gegen eine Gastmannschaft endet nicht nur in einer schmählichen 0:10-Niederlage, sondern auch in einer handfesten Schlägerei. Willkommen zu «Dit is Fußball!», der neuen Comedy-Serie auf Tele 5. Sie beginnt an diesem Samstag um 19.45 Uhr.

Martin Semmelrogge (60, «Das Boot»), seit mehr als 40 Jahren einer der beliebtesten deutschen Fernseh-Bösewichter, ist Vereinspräsident Joachim «Joe» Teffla. Er versucht, den Laden mit dicker Zigarre im Mund zusammenzuhalten. Schade nur, dass sich in dem halben Jahr seiner Amtszeit außer einem neuen Schild am Eingang nichts im Club verändert hat. «Ich bin angetreten, um den Verein wieder dorthin zu führen, wo er mal war», protzt er.

Teffla spricht von damals, als 20 000 begeisterte Fans einem Europacup-Match zujubelten. Diese Glanzzeiten sind weit weg gerückt. Dem Verein ist der Trainer abhanden gekommen - er ist in einer Spielhölle wohl für immer versackt. Auch der Versuch, die Taktik basisdemokratisch zu entwickeln, geht mächtig ins Auge.

Doch Rettung naht von den Spielerfrauen. Betty (Nadine Pape, 28), Krissi (Joanna Semmelrogge, 26), Niki (Lilly Menke, 24) und Marie (Teresa Schergaut, 28) - manche in einen der Fußballer und andere in den Verein verliebt - verlangen von ihrer Mannschaft statt hohlen Macho-Sprüchen und billigem Rumgeholze wieder guten Fußball. Sie gründen die «Ultralettes», die erste ausschließlich weibliche Ultra-Gruppierung. Geht es jetzt wieder bergauf?

Tele 5 hat den Schlingerkurs zwischen Trash und Kunstkino in den vergangenen Jahren zu einem Markenzeichen gemacht. «Dit is Fußball!» - gemeinsam hergestellt von der jungen Produktionsfirma Instant Waves Media und der Filmuniversität Babelsberg Konrad Wolf - passt da gut ins Bild. Da versammelt man eine eindrucksvolle Riege von Jungschauspielern, die offenkundig spielfreudig und sehr talentiert sind. Da holt man ein paar Kultfiguren wie Martin Semmelrogge, Oliver Kalkofe und Gunter Gabriel dazu. Und man schreibt ein richtig schlechtes Drehbuch.

Das ist ärgerlich und schade, denn in dem Plot wäre mehr drin gewesen als Witze wie «Wisst Ihr eigentlich, dass, wenn man auf einer einsamen Insel ausgesetzt ist, die Bratwurst das einzige Lebensmittel ist, von dem man ausschließlich überleben kann?» 

Auffällig ist außerdem die klare Produktplatzierung. Während früher in Serien noch verschämt eine Colaflasche oder ein Müsli auf dem Tisch standen, wird der Sponsor hier einfach in den Sprechtext hineingeschrieben.

"Dit is Fußball"

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erstellt am 27.Aug.2016 | 00:01 Uhr

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