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Boulevard

09. Dezember 2016 | 06:54 Uhr

Musik : Die Höchste Eisenbahn mit berührenden Geschichten

vom

Ein wenig Studioblässe der letzten Monate haben sie noch im Gesicht. «Jetzt wird es Zeit, dass wir die Songs des neuen Albums endlich live spielen», freuen sich Francesco Wilking und Moritz Krämer.

Zwar ist noch nicht ganz klar, wie die vier Musiker der Band Die Höchste Eisenbahn die fünf Gitarren aus dem Studiosound auf die Bühne bringen wollen, wirklich Sorgen bereitet Ihnen das aber nicht. Dazu standen die Singer/Songwriter schon viel zu oft mit ihren eigenen Projekten auf großen Bühnen.

Wie schon auf ihrem ersten sehr erfolgreichen Album «Schau in den Lauf Hase» fährt Die Höchste Eisenbahn auch mit ihrem zweiten Album «Wer bringt mich jetzt zu den Anderen» (Tapete Records) zielsicher an sämtlichen Pop-Hörgewohnheiten vorbei. Das Due Wilking/Krämer fängt mit den so warm und leicht erzählten Kurzgeschichten Momente ein, die wir kennen. Die Berliner Musiker machen sie für uns nur noch sichtbarer. «Wir haben keine Angst vor dem Weichen, vor dem Peinlichen», sagt Francesco Wilking im Interview der Deutschen Presse-Agentur.

Moritz Krämer singt sich bei «Lisbeth» allein mit der Färbung seiner Stimme ins Ohr, dass selbst oft Gesagtes immer noch wie die erste Liebeserklärung klingt: «Ich lieb Dich/ Jetzt werd nicht rot/ Seit ich 12 bin/ Jetzt tu nicht so/ Ja so lange schon». Und Francesco Wilking, dessen Stimme schon solo und mit seiner Band Tele diesen so lässigen Klang aus Blues, Soul, Country und Bossa Rhythmen hatte, macht die Stimmung des Albums so besonders.

Bei den Aufnahmen im eigenen Studio brachte jeder der Musiker seine Lieblings-Instrumente mit, darunter auch eine Jumbo 61, ein Keyboard der eher früheren Rockmusikgeschichte. Hinzu kamen Bongos und sogar eine chinesische Viola. «Wir sind verschiedene Arten von Alphatierchen und jeder von uns hat Mittel und Wege gefunden, sich in den Vordergrund zu spielen», lacht Wilkening. Parallel zur Musik entstanden die Texte.

Die Höchste Eisenbahn fährt mit ihren Songs Bahnhöfe an, an denen wir auch schon gewartet haben könnten. Sie hält bei der Erinnerung an die erste Liebe und der, die uns viele Jahre später erwischt, bei der Partyclique, in der man sich plötzlich einsam fühlt, bei Außenseitern, die keiner versteht. Und immer wieder taucht zwischendurch die Frage auf: Was tun wir und wie fühlt sich das an? Die Höchste Eisenbahn kann Geschichten erzählen, die berühren. Damit hinterlässt die Berliner Band deutliche Spuren in der deutschen Musiklandschaft.

Website Die Höchste Eisenbahn

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erstellt am 30.Aug.2016 | 12:13 Uhr

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