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Boulevard

08. Dezember 2016 | 07:00 Uhr

Medien : Der Spreewald

vom

Kaum zu glauben: Im Spreewald gibt es Häuser, die nur übers Wasser mit dem Kahn zu erreichen sind. Die kleinen Inseln in dem weit verschlungenen Wassernetz heißen Kaupen, selbst die Postbotin und der Müllmann kommen mit dem Boot. Und für die Bewohner ist das sowieso Alltag.

Für Touristen steht der Spreewald südlich von Berlin für entspannte Kahnfahrten und - natürlich - für eingelegte Gurken, die für die Region typisch sind und an vielen Stellen angeboten werden. Der Spreewald ist außerdem eng verwoben mit der Geschichte der slawischen Wenden - oder Sorben -, die sich zur Zeit der Völkerwanderung in Richtung Westen aufmachten und schon seit fast 1500 Jahren im heutigen Brandenburg und Sachsen leben. Eine TV-Dokumentation widmet sich ihrer Geschichte. Phoenix strahlt die RBB-Produktion «Der Spreewald» am Mittwoch (29. Juni, 20.15 Uhr) aus.

Die Macher des Dokumentarfilms Lutz Rentner und Frank Otto Sperlich wollen mit Archivaufnahmen und Zeitzeugengesprächen die Geschichte des Spreewalds veranschaulichen - die nach dem Zweiten Weltkrieg, aber auch die weiter zurückliegende.

So ist in der 45 Minuten langen Dokumentation zum Beispiel die Rentnerin Marga Morgenstern aus der kleinen Kreisstadt Lübben zu sehen. Sie kennt die Traditionen ihrer wendischen Vorfahren gut. Morgenstern bewahrt unter anderem viele Fotos auf, die mit der Kultur der Wenden zu tun haben. Und in der Stadt sieht man sie oft in ihrer wendischen Tracht, deren Besonderheit eine weiße bestickte Haube ist. In jedem sorbischen oder wendischen Ort im Spreewald hat die Haube eine andere Form und wird anders aufs Haar gesteckt. Sie verrät so, aus welchem Ort eine Frau stammt.

Marga Morgenstern möchte die Tradition ihrer Vorfahren erhalten. Sie ist auch Stadtführerin und zeigt Touristen die Spuren der wendischen Geschichte. Und nicht nur das: Sie hat auch mehrere Bücher über den Spreewald und seine Besonderheiten verfasst. In der Lausitz leben heute geschätzt rund 60 000 Sorben und Wenden, davon zwei Drittel in Sachsen.

Das Biosphärenreservat Spreewald mit seinen verwunschenen ruhigen Ecken und den satten grünen Wiesen zieht immer wieder Filmemacher an. Schon seit mehreren Jahren läuft zum Beispiel der «Spreewaldkrimi» im ZDF. Im vergangenen Herbst wurde die Folge «Die Sturmnacht» ausgestrahlt, in der es um die sorbische Legende um einen Wassermann geht, der Mädchen anlockt und dann in sein Unterwasserreich zieht.

Es gab bislang acht Krimi-Folgen mit Christian Redl in der Hauptrolle. Die Dokumentation von Lutz Rentner und Frank Otto Sperlich, die in diesem Jahr bereits beim RBB zu sehen war, ist dazu die ideale Ergänzung - und eine gute Vorbereitung für alle, die die Region in Brandenburg einmal selbst erkunden wollen.

Infos zur Spreewald-Doku

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erstellt am 29.Jun.2016 | 00:01 Uhr

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