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Boulevard

11. Dezember 2016 | 09:12 Uhr

Musik : Chris Cohen: So schrullig wie schön

vom

Für Musik wie die von Chris Cohen kennt die englische Sprache ein hübsches, nur schwer übersetzbares Wort: quirky. Was soviel heißt wie eigenartig, sonderbar, schrullig.

Im Fall von «As If Apart» (Captured Tracks/Cargo), dem Nachfolger des von der Kritik gefeierten Solo-Debüts «Overgrown Path» (2012), heißt das: Diese Songs sind kompliziert und doch auf reizvolle Weise zugänglich, ambitionierte Akkordfolgen lösen sich in schöne Harmonien auf, und die eher dünne, phlegmatische Stimme des 40-jährigen Kaliforniers Cohen wächst bei mehrfachem Hören zu einem höchst einnehmenden, teilweise auch einlullenden Gesang.

Softpop, Jazz, Folk und Psychedelia sind die Genres, aus denen der einer Künstlerfamilie entstammende Multiinstrumentalist sich in gerade mal 32 kurzweiligen Minuten schöpft. Die zehn Lieder könnten aus den 60ern stammen (und dann eher von einem englischen als einem amerikanischen Musiker jener Ära), docken zeitweise auch beim britischen Edel-Pop der 80er an (Orange Juice oder Prefab Sprout lassen grüßen), sind aber insgesamt in ihrer verschrobenen Melodieseligkeit absolut zeitlos.

Chris Cohen ist ein bescheidener Mensch, deshalb stellt er sein künstlerisches Licht womöglich allzu sehr unter den Scheffel. So dürfte auch das zweite Album dieses brillanten Musikers (man höre nur das tolle Gitarrensolo von «The Lender» oder die durchgehend hervorragenden Piano-Arrangements) ein Fall für eine überschaubare Fan-Schar und beeindruckte Kritiker bleiben. Es sei denn, der ungemein an The Byrds erinnernde Gitarrenpop von «Yesterdays On My Mind» würde ein Überraschungs-Hit...

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erstellt am 19.Mai.2016 | 06:00 Uhr

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