zur Navigation springen

Boulevard

04. Dezember 2016 | 00:58 Uhr

1000. Tatort : Bemerkenswerte «Tatort»-Fälle

vom

Mit dem «Tatort» einen Schritt nach Hollywood: Wolfgang Petersen («Reifezeugnis») hat der Krimireihe viel zu verdanken. Er drehte eine der stärksten Folgen.

Bei 1000 «Tatort»-Folgen sind einige Fälle vielen Menschen besonders im Gedächtnis geblieben.

«Reifezeugnis» (1977): Vermutlich der bekannteste Film aus der Reihe. Nastassja Kinski ist erst 15 Jahre alt, als sie für diesen Krimi viel nackte Haut zeigt. Wolfgang Petersen, der später mit «Das Boot» und «Die unendliche Geschichte» Welterfolge feierte, setzte den Mordfall gekonnt in Szene. Im Mittelpunkt steht die Schülerin Sina (Kinski), die ein Verhältnis mit ihrem Lehrer (Christian Quadflieg) hat und im Affekt ihren Ex-Freund (Marcus Boysen) erschlägt. Ungewöhnlich an der Folge ist, dass der Zuschauer nicht erst am Ende den Täter erfährt. Der Film ist am 12. November um 21.55 Uhr auf One zu sehen.

«Duisburg-Ruhrort» (1981):Eines seiner ersten Worte ist «Scheiße». Die «Tatort»-Zuschauer wissen im Jahr 1981 sofort, woran sie bei Kriminalhauptkommissar Horst Schimanski sind. Das Publikum liebt diesen Ruhrpott-Proll mit Schnauzbart und zerknautschter Windjacke. Streng genommen ist es eine M-65-Feldjacke der US-Streitkräfte, die auch Robert De Niro als Travis Bickle im Kinofilm «Taxi Driver» trug. Für Schauspieler Götz George wird «Schimmi» fast schon ein Alter Ego. Im ersten Fall geht es um einen Toten im Duisburger Hafen. One zeigt den Film am 12. November um 20.15 Uhr.

«Frau Bu lacht» (1995):Grimme-Preisträger Dominik Graf drehte diesen bekannten Münchener Krimi. Ivo Batic und Franz Leitmayr (Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl, damals noch nicht weißhaarig) ermitteln bei einer Partnervermittlung für Thai-Frauen. Der kaltherzige Umgang deutscher Ehemänner mit den Asiatinnen, die ihnen in den ersten Jahren durch deutsche Abschiebegesetze ausgeliefert sind, kommt genauso gnadenlos auf den Tisch wie das Thema Kindesmissbrauch. In den Augen vieler Fans eine der stärksten «Tatort»-Episoden, die am 12. November um 23.45 Uhr auf One zu sehen ist.

«Weil sie böse sind» (2010):Musik von Beethoven und Dvořák untermalt einen «Tatort», bei dem die Grenze von Gut und Böse verschwimmt. Matthias Schweighöfer ist ein Millionärssohn, der die Verwandtschaft nach und nach auslöschen will. Er benutzt einen verzweifelten kleinen Angestellten (Rolf Herken), der den ersten Mord in der Familie im Affekt begangen hat und nun in der Hand des Strippenziehers ist. Im Gegenzug beseitigt das Söhnchen aus reichem Hause alle Spuren und erfüllt dem Killer alle Wünsche. Der Mörder wird Sympathieträger, der Zuschauer Mittäter. Die Ermittler Sänger und Dellwo (Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf) stehen am Ende mit leeren Händen da. Drehbuch-Autor Michael Proehl («Das weiße Kaninchen») wird mit Lob überschüttet.

«Franziska» (2014):Zum ersten Mal in mehr als 40 Jahren wird ein «Tatort» aus Jugendschutz-Gründen ins Spätprogramm verbannt. Tessa Mittelstaedt verabschiedet sich mit dieser Folge auf eigenen Wunsch aus dem Kölner «Tatort»-Team. Ihr letzter Auftritt als weiblicher Sidekick Franziska Lüttgenjohann beginnt damit, dass sie als Bewährungshelferin in ein Gefängnis kommt, um einen kurz vor der Entlassung stehenden Mörder und Vergewaltiger (Hinnerk Schönemann) zu besuchen. Doch der dreht mit einem Mal durch und nimmt Franziska als Geisel. Der Zuschauer ahnt schon bald: Das wird nicht gut ausgehen.

1000. Tatort

zur Startseite

von
erstellt am 12.Nov.2016 | 06:20 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert