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Boulevard

19. Januar 2017 | 07:51 Uhr

Kritik an Schweizer Flüchtlingspolitik : „Aufrichtige Nazis“: Serdar Somuncu wirft SRF Zensur vor

vom
Aus der Onlineredaktion

Der Kabarettist wurde vom Sender eingeladen. Was er in seiner Nummer für ein „Best Of“ sagte, passte dem Schweizer Radio und Fernsehen offenbar nicht.

Bern | „Wenn man sich in einem demokratischen Land Künstler einlädt, sollte man auch aushalten, dass diese ihre Meinung sagen“, wettert Serdar Somuncu, Kabarettist und selbsternannter „Hassprediger“ in einem Facebook-Statement gegen das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). 

Was war passiert?

Beim Arosa Humor-Festival hatte der 47-Jährige Somuncu eine improvisierte Nummer gespielt und wurde dann aber aus der Auszeichnung geworfen. Jetzt wirft der Kabarettist dem Fernsehsender Zensur vor. Demnach habe es sich bei der Aufzeichnung um ein „Best Of“ gehandelt, zu dem Somuncu eingeladen wurde. An zwei Tagen seien jeweils sechs Künstler aufgezeichnet worden, so Somuncu. Warum sein Stand-Up am Ende gestrichen wurde, bleibt nicht nur für den Künstler bislang unbeantwortet. Auch in der Mediathek ist der Beitrag nicht zu finden. Angeblich sei er aus Zeitnot zensiert worden, teilte der Sender Somuncu mit.

Liebe KWS. Danke fürs Teilen meines Posts zur Zensur des Schweizer Radio und Fernsehen beim Arosa Humor-Festival. Wenn...

Posted by Serdar Somuncu on  Monday, 4 January 2016

Was hatte Somuncu gesagt?

Wer schon einmal von Serdar Somuncu gehört hat weiß, dass der Kabarettist mit türkischen Wurzeln kein Blatt vor den Mund nimmt und prinzipiell jeden aufs Korn nimmt. Frei nach dem Motto: „Jede Minderheit hat ein Recht auf Diskriminierung“ ist er auch mit seinem aktuellen Programm „H2 Universe – Die Machtergreifung“ als „Hassias“ unterwegs. Klar, dass da auch die Schweizer bei seinem Auftritt ihr Fett wegbekommen. Somuncu postete den ungefähren Ausschnitt in seinem Facebook-Kommentar:

„Die schlechte Nachricht ist: Ich bin Türke. Die Gute ist: Ich glaube nicht an Gott. Der Laden ist also sicher..noch! Ehrlich gesagt, ich bin wirklich froh hier sein zu dürfen. Denn ich bin auf der Flucht. Nicht aus Syrien. Sondern von Deutschland in die Schweiz. Die Deutschen sind mir zu weich geworden. Die sind mittlerweile sogar freundlich zu Flüchtlingen. Da lobe ich mir die Schweizer. Sie sind wenigstens aufrichtige Nazis. Wenn Ihnen was nicht passt: Ausschaffungsinitiative und Zack sind die Ausländer wieder raus. Gegen Ihren Christoph Arschblocher ist der Höcke von der AfD ein blutiger Anfänger.“

Reaktionen auf Facebook

Unter dem Beitrag sammeln sich bereits zahlreiche Kommentare. Einer schreibt mit einem Augenzwinkern: „Die Schweizer haben wenigstens noch Eier und weisen dich aus.“ Ein Kommentator findet lobende Worte: „Klasse Herr Serdar Somuncu! Weiter so! Es waren eben sehr treffende Worte, die Wahrheit wird sehr selten vertragen! Danke dafür!“

Ein weiterer schreibt: „Als ob der SRF nicht gewusst hätte, dass du keinen Drogendealer, Autoverkäufer oder Frauenverchecker spielst“. Der Kommentator bezieht sich vermutlich auf frühere Programme des Comedians. Eine Recherche des SRF auf Youtube hätte vermutlich geholfen. In einem von Somuncus früheren Programmen wird deutlich, dass hier gegen jedes Land, jede Minderheit und jede Religion gehetzt wird. Nicht umsonst hat Somuncu den Spitznamen „Der Hassprediger“ und nannte auch sein Programm entsprechend:

 

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erstellt am 04.Jan.2016 | 16:57 Uhr

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