zur Navigation springen

Boulevard

03. Dezember 2016 | 10:39 Uhr

TV-Tipp : Apropos Glück

vom

Mann betrügt Frau, Frau findet es heraus. Und von da an ist nichts mehr, wie es war. Zumindest nicht in einer TV-Komödie.

Ein Eigenheim im Hamburger Grünen, in der Küche wird gebacken und gekocht: Vorbereitungen für eine Geburtstagsfeier der Frau des Hauses. Freunde - alle in den Vierzigern - treffen ein, nur der Gatte lässt auf sich warten.

So beginnt die Komödie «Apropos Glück». Und das verheißt nichts Gutes. Zu sehen ist der Film an diesem Donnerstag (20.15 Uhr) im ZDF.

Dann taucht Florian (Martin Lindow) allerdings doch noch auf, mit der Ausrede «Hab' im Stau gestanden». Das scheinen ihm neben Gattin Maja (Janna Striebeck) auch die befreundeten Ehepaare Jule (Karoline Eichhorn) und Jan (Joachim Raaf) sowie Hans (Peter Jordan) und Angela (Katharina Müller-Elmau) zu glauben. Bis nicht nur ein Gewitter aufzieht, sondern auch ein handfester Krach: Zufällig belauscht Maja ein Telefonat ihres Mannes, das er mit seiner Geliebten führt.

Maja schmeißt Florian daraufhin hinaus und betäubt ihren Kummer mit Alkohol, während Jan am liebsten nicht mehr als Lehrer, sondern als Pfarrer auf dem Lande arbeiten würde. Und das notfalls auch ohne seine Jule. Zwischen Hans und Angela steht aber auch nicht alles zum Besten. Ihr Eheleben ist völlig festgefahren. Zu allem Überfluss taucht auch noch Majas Mutter Irene (Nicole Heesters) auf, die von Florian nie viel gehalten hat.

Janna Striebeck (45) kennt man aus Serien wie «Notruf Hafenkante» und «Großstadtrevier». In der Rolle als Maja hat sie nicht die Gelegenheit, viele Facetten zu zeigen. Sie spielt eine Frau, die zu unkontrollierten Gefühlsausbrüchen neigt, das Zerrupfen von Kopfkissen inbegriffen. Und sie zeigt meist nur ein Gesicht, mit einem Lächeln, das in in eher traurigen Szenen entsprechend unpassend wirkt.

Immerhin nimmt man ihr die Verzweiflung wegen des Geschehens und den Versuch ihrer Neuorientierung weitgehend ab. Die übrigen Schauspieler mühen sich redlich, aber nicht immer erfolgreich. Allein Martin Lindow (51) vermag - wohl dank seiner TV-Film-Erfahrung («Sein gutes Recht») - halbwegs zu überzeugen.

Autorin Astrid Ruppert («Obendrüber, da schneit's», «Was im Leben zählt») und Regisseurin Ulrike Grote («Die Kirche bleibt im Dorf») haben eine nette Komödie mit einigen guten Pointen gedreht, in der es um gelebte und geträumte Lebensentwürfe von Menschen geht, die erstaunlich bodenständig und wie aus der Mitte der Gesellschaft wirken. Die Kernfrage lautet: Was kann man im Leben erreichen, damit man das Gefühl bekommt, es wirklich gelebt zu haben?

Apropos Glück

zur Startseite

von
erstellt am 13.Okt.2016 | 00:01 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert