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Boulevard

24. Januar 2017 | 20:29 Uhr

Musik : Annett Louisan covert Songs von Rammstein bis Marteria

vom

Sie kann nicht anders: Wenn sich Annett Louisan ein Lied vornimmt, dann klingt es immer nach zuckersüßem Pop-Chanson - auch wenn die Vorlage deutlich härter ist.

Für ihr neues Album «Berlin - Kapstadt - Prag» hat sie zehn Songs gecovert: In ihrer mädchenhafte Stimme säuselt die Sängerin dafür Lieder männlicher Musikkollegen von Rammstein bis Udo Jürgens.

Warum sie sich erstmals dazu entschieden hat, Lieder anderer Musiker einzuspielen? «Ich habe Blut geleckt», erklärt Louisan im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Damit spielt sie auf ihre Teilnahme an der Vox-Sendung «Sing meinen Song» an, wo prominente Musiker die Songs des jeweils anderen singen.

Ihr siebtes Album «Berlin - Kapstadt - Prag» erinnere sie an ihre Jugend, berichtet Louisan auf ihrer Webseite: Es sei die Suche danach, was einen ausmacht. Da Louisan schon längst die Pop-Sparte gefunden hat, die sie ausmacht, klingen auch alle Coverversionen absolut nach ihr. Ihrem Stil ist die Sängerin seit ihrem ersten Album «Bohème» (2004) treu geblieben. Das hat sich ausgezahlt: Die Echo-Preisträgerin kann sich über Platinstatus mehrerer Alben freuen.

Louisan klingt jünger, als sie ist (39), und ist von noch zierlicherer Erscheinung (1,52 Meter), als man vermutet. Dazu kommen die verspielten Texte - und oft fällt das Wort «kokett». Deswegen fällt der Kontrast zwischen Original und Cover besonders deutlich beim Album-Opener auf: Louisan macht aus Rammsteins dröhnendem «Engel» eine verträumte Lounge-Nummer.

Das passe gut, erklärt sie. Wie die Rocker spiele auch sie gerne mit Klischees. Ebenfalls deutlich entschleunigt fällt «Bologna» aus. Dennoch gehört das Cover der Wiener Band Wanda zu den beschwingteren Titeln des Albums. Weit weniger fällt der Chanson-Stil dagegen etwa bei Philipp Poisels «Wie soll ein Mensch das ertragen» oder Udo Jürgens' «Merci Chérie» ins Gewicht.

Sie wolle mit dem Album auch Grenzen überschreiten, berichtet Louisan. Zumindest lässt sie sich von Genre-Grenzen nicht abschrecken: Kraftwerk befreit sie von elektronischer Kälte. Und manche Zeile in «OMG!» klingt von Louisan gehaucht doch harmloser als bei Rapper Marteria.

Es ist ein kluger Schachzug von Louisan, für das von ihr zum Übergangsalbum erklärte «Berlin - Kapstadt - Prag» auf Coversongs zu setzen - viele Bands hatten damit Erfolg. Umgekehrt gibt es aber auch Künstler, deren Lieder immer wieder neu aufgelegt werden - und auch Louisan konnte die Finger nicht von einem der üblichen Verdächtigen lassen: Der letzte Titel des Albums ist «Helden», ein Cover der deutschen Version von David Bowies «Heroes».

Website Annett Louisan

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erstellt am 17.Mai.2016 | 06:00 Uhr

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