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Boulevard

03. Dezember 2016 | 07:52 Uhr

Medien : Amazon-Chef Schneider setzt auf Kooperation mit klassischem TV

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Konkurrenzkampf? Nein - Kooperation. Das ist laut Christoph Schneider das Credo des Streaminganbieters Amazon Prime Video. Der Deutschland-Chef sucht die Nähe klassischer TV-Anbieter.

Christoph Schneider, Deutschland-Chef des Streaming-Anbieters Amazon Prime Video, setzt auf den Schulterschluss mit den traditionellen TV-Kanälen. «Wir sind mit den meisten Fernsehsendern in Deutschland in gutem Austausch», sagte Schneider am Mittwoch beim sogenannten TV-Gipfel der Münchner Medientage.

Als Beispiel nannte er die Kooperation mit dem privaten Marktführer RTL - Amazon und der Kölner Sender entwickeln zusammen die historische Spionageserie «Deutschland '86», eine Fortsetzung der Serie «Deutschland 83», die bei RTL vor einem Jahr im Free TV von den Quoten her scheiterte, von der Kritik aber positiv bewertet wurde.

Anfang 2017 wird Amazon einen kleinen Meilenstein in der deutschen Bewegtbild-Geschichte setzen: Mit der sechsteiligen Thrillerserie «You are Wanted» startet das Unternehmen die erste in Deutschland gedrehte Fiction-Produktion eines der neuen, großen Streaminganbieter. «Die Serie hätten wir so nicht im linearen Fernsehen machen dürfen», sagte Produzent Dan Maag und Geschäftspartner von Hauptdarsteller Matthias Schweighöfer.

Als Grund nannte Maag, kaufmännischer Chef der Schweighöfer-Firma Pantaleon, dass er mit Alexandra Maria Lara und Karoline Herfurth zwei weitere Schauspielerinnen habe aufbieten können, die für eine Serienproduktion im klassischen TV nicht zu haben gewesen wären. Die redaktionellen Wege bei Amazon seien kürzer gewesen, auch die Entwicklung von der ersten Besprechung bis zur Fertigstellung jetzt habe mit knapp anderthalb Jahren nur kurze Zeit in Anspruch genommen. Und was sind die geschäftlichen Erwartungen? Maag: «Wir hoffen, dass Amazon am Ende lächelt.»

Gabriele Holzner, Fernsehdirektorin des Hessischen Rundfunks, sagte auf der selben Veranstaltung, dass private Anbieter und Plattformen sich auf ihr Ziel konzentrieren könnten, wirtschaftlich erfolgreich zu sein. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk habe seinen Auftrag zu informieren, alle Genres abzubilden und alle gesellschaftlichen Gruppen ins Visier zu nehmen.

Die Fernsehdirektorin mahnte dennoch jedoch an, die digitalen Bemühungen stärker voranzutreiben: «Wir müssen eine attraktivere Mediathek bekommen», sagte Holzner in Hinblick darauf, dass im kommenden Jahr die Einschaltquoten der TV-Sender um die Werte ergänzt werden sollen, die sich aus zeitversetzter Nutzung und Mediatheken-Gebrauch ergeben.

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erstellt am 26.Okt.2016 | 13:31 Uhr

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