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Deutschland & Welt

05. Dezember 2016 | 05:26 Uhr

Braunau in Österreich : Adolf Hitlers Geburtshaus wird enteignet und vielleicht abgerissen

vom
Aus der Onlineredaktion

Das Parlament hat nach viel hin und her beschlossen, die widerwillige Besitzerin zu enteignen. Die Pilgerstätte vieler Neo-Nazis könnte vom Erdboden verschwinden.

Braunau | Seit Jahren steht das Gebäude leer, aber die Besitzerin blieb unnachgiebig. Nun ist es beschlossen: Das Geburtshaus des Diktators Adolf Hitler (20. April 1889 - 30. April 1945 ) in Braunau wird Eigentum des österreichischen Staates. Die rot-schwarze Koalition beschloss am Dienstag die Enteignung des Anwesens.

Mit einer angemessenen Nutzung oder gar einem Abriss will der Staat verhindern, dass sich das Gelände zu einer Pilger-, und Gedenkstätte für Menschen mit nationalsozialistischem Gedankengut entwickelt.

Der Staat hatte sich mit der Besitzerin nicht auf eine Nutzung des seit Jahren leerstehenden Gebäudes einigen können. Die Frau soll nun entschädigt werden. Das Parlament will die Enteignung im September auch formal absegnen. Eine Kommission wird dann auch Vorschläge zur Zukunft des Hauses vorlegen.

Das Foto zeigt das Geburtshaus Hitlers. Von wann die Aufnahme ist, ist nicht bekannt.

Das Foto zeigt das Geburtshaus Hitlers. Von wann die Aufnahme ist, ist nicht bekannt. 

Foto: dpa

Österreichs Innenminister Wolfgang Sobotka (ÖVP) erklärte, er könne sich weiterhin einen Abriss als beste Lösung vorstellen. Als Problem gilt der Denkmalschutz. Das Haus steht seit 1993 als Teil des Ensembles der sogenannten Salzburger Vorstadt unter Denkmalschutz. Die Nazis hatten das Gebäude 1938 bereits als einzelnes Objekt unter Denkmalschutz gestellt.

Der 16.000-Einwohner-Ort an der deutsch-österreichischen Grenze ringt seit vielen Jahren um den richtigen Umgang mit dem historischen Erbe. Bisher thematisieren eine Informationstafel und ein Mahnstein aus dem ehemaligen KZ Mauthausen („Nie wieder Faschismus“) den Umstand, dass Hitler sein erstes Lebensjahr in diesem Haus verbracht hat. Das Gebäude könne wieder als städtische Bibliothek oder als Volkshochschule genutzt werden, sagte Florian Kotanko vom örtlichen Verein für Zeitgeschichte der Deutschen Presse-Agentur.

Der Staat hatte das Haus 1972 gemietet. Viele Jahre lang war darin eine Behindertenwerkstatt untergebracht. Weil die Besitzerin behindertengerechte Umbauten verweigerte, stand das Gebäude seit 2011 leer. Die Miete des Staates fließt weiter.

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erstellt am 12.Jul.2016 | 16:42 Uhr

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