Robert-Koch-Institut warnt
Achtung! Die Grippewelle rollt
Kiel. Das Robert-Koch-Institut (RKI) warnt vor einer Grippewelle. Die Epidemiologin Silke Buda: "Die Zahlen steigen noch deutlich, und das erwarten wir auch für die kommenden Wochen." In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Erkrankten seit Jahresbeginn um fast die Hälfte gestiegen und liegt fast doppelt so hoch, wie im Vorjahr. Laut Influenza-Wochenbericht steigt die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen seit Dezember stetig an. Zudem berichten Mediziner im Land von langwierigen Erkältungen, die immer öfter auch mit Magen-Darm-Beschwerden einhergehen. Schwerpunkte der Infektionen sind die Landeshauptstadt Kiel, die Region Pinneberg sowie Lübeck. Besonders anfällig für die aktuelle Erkrankung, so das RKI, sind Kinder.
1492 Influenzafälle wurden in diesem Jahr durch Laboranalysen bestätigt, jeder fünfte davon musste im Krankenhaus behandelt werden. Zwei Menschen sind nach einer Influenza-Infektion gestorben.
Erkrankungen dauern teilweise mehrere Wochen
Zwar geht das Institut noch nicht von einer neuen, aggressiveren Virusform aus, doch sei "die häufige Mischung von Erkältungen und Magen-Darm-Erkrankungen auffällig". Das alarmiert die Mediziner, denn die "Doppelerkrankungen" schwächen die Patienten überdurchschnittlich und sind daher besonders gefährlich, gerade für ältere Menschen. Die Virusinfekte gehen oft mit starken Schmerzen einher und sind nicht mit Antibiotika zu behandeln, so Allgemeinmediziner Jens Martin. Die Erkrankungen halten sich teilweise überaus hartnäckig und plagen die Patienten oftmals mehrere Wochen.
Glaubt man einer Untersuchung der Techniker Krankenkasse (TK), versetzt der Glaube scheinbar nicht nur Berge, sondern führt auch zu weniger Schnupfennasen: Wie stark die Erkältungswelle die Menschen heimsucht, hängt vor allem davon ab, wie lang und hart der Winter wird und - wie Psychologen der Roehampton University in London, des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf sowie der TK herausgefunden haben - von der Lebenseinstellung.
Optimisten sind weniger anfällig für Infekte
Eine Untersuchung unter Studierenden zeigt, dass optimistisch eingestellte Hochschüler weniger anfällig für Infekte der oberen Atemwege sind als ihre weniger positiv denkenden Kommilitonen. Und noch etwas haben die Statistiker der TK herausgefunden: Die Erkältungswelle fällt in "ungeraden" Jahren deutlich höher aus. In den Jahren 2003, 2005, 2007 und 2009 waren zum Höhepunkte der Grippewelle zwischen Januar und März jeweils mehr als 1,2 Prozent aller TK-Versicherten erkrankt, während es 2002, 2004 und 2006 durchschnittlich nur 0,7 bis 0,8 Prozent waren. Eine logische Erklärung dafür gibt es allerdings nicht.
So schützen Sie sich bei der Arbeit
1.) Auch im Büro gilt: gesunde vitaminreiche Ernähung und viel Trinken.
2.) Desinfizieren Sie Türöffner und Lichtschalter, um die Übertragung von Viren zu vermindern.
3.) Lüften Sie Büros regelmäßig. Warme Räume fördern das Überleben von Viren und die Ansteckung.
4.) Vermeiden Sie Händeschütteln und andere "kontaktintensive Begrüßungszeremonien".
5.) Lassen Sie sich gegen Grippe impfen. Nach Angaben von Medizinern ist das auch zum jetzigen Zeitpunkt noch zu empfehlen. Der Aufbau des Impfschutzes dauert zwei Wochen.
6.) Und eines ist klar: Wer an Grippe erkrankt ist, gehört ins Bett, nicht auf die Arbeit.
Quelle: DRK




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