Sieben so genannte Offshore-Referenzanlagen sind in Wiemersdorf geplant
Großenaspe. So richtig grün war man sich eigentlich nie. In den Chroniken ist von manchem Zwist zwischen den Nachbarn Großenaspe und Wiemersdorf zu lesen. Die wurden recht handfest ausgetragen und haben Spuren hinterlassen. Zurzeit ist die Gemeinde um die Katharinenkirche in die Rolle des Don Quichotte geschlüpft und kämpft gegen Windmühlenflügel. Schon der in Wiemersdorf bestehende Windpark mit neun Anlagen ist ihnen sprichwörtlich ein Dorn im Auge. Die Windräder sind bis zu 130 Meter hoch und von Großenaspe aus mehr als deutlich zu sehen. Die Wiemersdorfer stören sie wenig, am Rande der Gemeinde sind sie von ihren Häusern nicht auszumachen. Außerdem "mahlen" sie mit zusammen 15,3 Megawatt Leistung auch noch via Gewerbesteuer ein nicht zu verachtendes Sümmchen in die Gemeindekasse.
Nun soll der Windpark in Wiemersdorf erweitert werden. Sieben neue Anlagen sollen gebaut werden. Die werden dann 150 Meter hoch in den Himmel ragen und zusammen eine Leistung von 17,5 Megawatt haben. "Nicht mit uns", hieß es in Großenaspe. Schließlich rückt der Windpark damit noch ein Stückchen näher an die Gemeindegrenze. Dabei war man recht trickreich vorgegangen, hatte versucht, den Nachbarn mit ins Boot zu holen, gleich eine Anlage auf Großenasper Gebiet eingeplant und damit Gewerbesteuern als Köder ausgeworfen. Es half nichts. "Darauf verzichten wir gerne, unsere Bürger fühlen sich eh schon mehr als gestört", wurde in Großenaspe beschieden.
Das Genehmigungsverfahren ist recht kompliziert und noch nicht abgeschlossen. Großenaspe erwägt gar gerichtliche Schritte gegen eine avisierte Genehmigung durch das Land. Mit dem bestehenden Windpark sind in Wiemersdorf nämlich die für Windkraft dort ausgewiesenen Flächen erschöpft. Es geht nur über ein Ausnahmeverfahren. In diesem Zusammenhang lautet das Zauberwort Offshore-Referenzanlagen. Hier im Binnenland sollen Anlagen getestet werden, ob sie dann im Meer den harten Bedingungen gewachsen sind. Mit der Nordex AG aus Norderstedt wurde der Partner für dieses Projekt gefunden. Ziel ist ein Baubeginn im dritten Quartal des Jahres, wie Dr. Hans-Günther Lüth von der Betreibergesellschaft mitteilte. In ihr sind zahlreiche Bürger vereint, die Kapital in den Bau stecken und auf entsprechende Rendite nicht ohne Grund hoffen. Da hört denn auch der Zwist zwischen den beiden Gemeinden auf. Hans-Günther Lüth erklärte: "20 Prozent der Beteiligungen kommen aus Großenaspe."



