Antrag auf Bürgschaft
Ringen um Hertie geht weiter
"Auf der Grundlage der damit einzureichenden Unterlagen werden voraussichtlich weitere Gespräche zu führen sein", hieß es am Mittwoch in Düsseldorf nach dem Gespräch im Wirtschaftsministerium. Hertie-Insolvenzverwalter Biner Bähr hatte eine Entscheidung über die Zukunft der Warenhauskette bis Anfang März angekündigt. Rendsburgs Bürgermeister Andreas Breitner, gleichzeitig Sprecher der schleswig- holsteinischen Hertie-Standorte, wertete die Gespräche als "positives Signal" für die fünf vorerst verbliebenen Häuser im Land.
"Wir fordern die Landesregierung in Schleswig-Holstein auf, sich gegebenenfalls an einer Landesbürgschaft zu beteiligen", sagte Breitner. Hertie habe nun eine echte Chance auf einen Fortbestand. Das angeschlagene Unternehmen will die Filialen in Mölln und Niebüll in jedem Fall zum Ende des Monats schließen. Die Zukunft der fünf übrigen Filialen steht auf der Kippe, wenn nicht schnell ein neuer Investor gefunden wird.
Hauptstreitpunkt ist die Senkung der Mieten
Nähere Angaben zu den möglichen Investoren wollten die Beteiligten nach dem Treffen in Düsseldorf allerdings nicht machen. Erst Anfang Februar hatte ein nicht näher benannter Schweizer Investor Interesse an einem Einstieg bei Hertie bekundet. Der Investor wolle allerdings nur einsteigen, wenn die Einnahmen in den Läden um zehn Prozent stiegen und er staatliche Garantien der Bundesländer bekomme, hieß es damals. Damit sollten das Betriebsvermögen sowie Verluste im laufenden Geschäftsjahr abgesichert werden. Zu einer möglichen Höhe der Garantien waren zunächst keine Angaben gemacht worden.
Ob auch Vertreter von Hertie-Haupteigentümer MABV mit am Tisch saßen, blieb zunächst unklar. MABV hatte die Gespräche zur Hertie- Rettung am vergangenen Freitag in London überraschend für gescheitert erklärt und angekündigt, selbst neue Investoren für die Hertie- Standorte suchen zu wollen. Einer der Hauptstreitpunkte ist die Senkung der Mieten für die Warenhausimmobilien.
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