Erste Häuser schließen
Bei Hertie geht das Licht aus
Das Flensburger Hansekontor verhandelt weiter über die Übernahme von insgesamt neun Filialen in Schleswig-Holstein, Hamburg und Nordniedersachsen. Foto: dpa
In den verbliebenen Hertie-Filialen in Schleswig-Holstein und Hamburg geht in den kommenden Tagen das Licht aus. Die insolvente Warenhauskette schließt an diesem Samstag ihre Häuser in Itzehoe und Schleswig, bestätigte Hertie-Sprecher Wolfgang Weber-Thedy am Donnerstag in Gladbeck. Die beiden Hamburger Häuser sowie die Filialen in Rendsburg, Husum und Elmshorn machen eine Woche später dicht. Bundesweit werden an diesem Wochenende 24 der 50 noch bestehenden Filialen geschlossen. Die restlichen 26 Häuser sollen bis Ende kommender Woche zugemacht werden. Letzter Hertie-Verkaufstag ist damit der 15. August.
Die 2600 Beschäftigten sollen jeweils wenige Tage nach Schließung ihrer Filiale entlassen werden. Sie haben dann Anspruch auf Arbeitslosengeld. Ihnen wurde bereits vor Wochen gekündigt. In welcher Höhe ihre Ansprüche aus dem Sozialplan befriedigt werden, kann erst im Zuge der Insolvenzabwicklung im kommenden Jahr gesagt werden.
Flensburger Hansekontor verhandelt weiter über Standortübernahme
Nach Angaben der Eigentümer sollen die Häuser neu vermietet werden. Teilweise seien dafür schon Interessenten gefunden. Die letzten Immobilien sollen dafür bis Mitte Oktober geräumt sein. Der Sprecher des niederländischen Immobilien-Eigentümers Mercatoria Acquisitions BV (MABV), Christopher Hancock, hält die Übergangsfrist, die vom Insolvenzverwalter angekündigt worden sei, allerdings für zu lang. Neue Mieter wollten wegen des Weihnachtsgeschäfts so schnell wie möglich in die Räume, hatte er am Mittwoch der dpa in London gesagt.
Das Flensburger Hansekontor verhandelt nach eigenen Angaben noch immer über die Übernahme von insgesamt neun Standorten in Schleswig- Holstein, Hamburg und Nordniedersachsen. Das Unternehmen plant, die Warenhäuser mit abgewandeltem Konzept weiterzuführen. Ein nahtloser Übergang wäre aus seiner Sicht zwar wünschenswert gewesen, habe sich aber nicht verwirklichen lassen, sagte Hansekontor-Geschäftsführer Mathias Hundertmark. Die Gespräche seien aber auf einem guten Weg. Man peile nun einen Starttermin Anfang Oktober an.
Eine Fortführung der Warenhauskette Hertie unter der Regie neuer Investoren war vor Monaten gescheitert, weil sich die Parteien nicht auf die Miethöhe einigen konnten. Der MABV erwartet jetzt von neuen Mietern wie Saturn, Kaufland oder C&A deutlich höhere Einnahmen. Allerdings halten Experten und der Insolvenzverwalter nur einen Teil der Häuser für vermietbar.





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