Gastwirt Claus-Otto Menden
Verschwunden von der Insel Föhr
Die Tür stand offen, der Fernseher lief - aber Gastwirt Claus-Otto Menden war verschwunden. Foto: Polizei
Föhr. Wo ist Claus-Otto Menden? Diese Frage beschäftigt nicht nur die Schwester und engste Freunde des bekannten Wyker Gastwirtes, sondern seit gestern Mittag auch die Kriminalpolizei Niebüll. Menden ist Besitzer der über die Grenzen der Insel hinaus bekannten Kult-Seefahrerkneipe "Glaube - Liebe - Hoffnung" in der Hauptstadt der Nordsee- Insel Föhr. Das Verschwinden des 57-jährigen Insulaners ist mysteriös.
Zuletzt wurde Menden von Stammgästen am 23. Dezember gesehen. Wie an jedem Donnerstag traf sich unter anderem eine Tennisrunde auf ein paar Bier. "Es war ein ganz normaler Abend", bestätigt einer der Sportler. Ein weiterer Freund meint, Menden am Heiligabend tagsüber noch aus der Ferne gesehen zu haben. Dass Mendens Gaststätte dann Heiligabend geschlossen war, beunruhigte zunächst niemanden, war dies doch im "Glaube - Liebe - Hoffnung" üblich. Die erste Ungereimtheit war dann, dass Claus-Otto Menden am 1. Weihnachtsfeiertag eine Verabredung mit Freund Peter P. nicht eingehalten hat - ganz untypisch für den passionierten Golfer und Wassersportler.
Als wäre Menden "mal kurz Zigaretten holen gegangen"
Auch blieb die Gaststätte am 25. und 26. Dezember dunkel, was in den Jahren zuvor nie vorgekommen war. Mysteriös wurde es dann in der Nacht vom 26. auf den 27. Dezember. Peter P., inzwischen höchst beunruhigt, fand die Privatwohnung über der Gaststätte offen vor, der Fernsehapparat lief, als wäre Menden "mal kurz Zigaretten holen" gegangen. Zudem war auch die Gaststättentür nicht verschlossen und auch sein Auto stand vor der Garage.
Die daraufhin alarmierte Wyker Polizei nahm sofort die Ermittlungen auf, die bislang ins Leere führten. Hinweise erhielten die Beamten weder auf seinem Segelschiff noch durch Gespräche mit den engsten Freunden oder der Schwester. Am nächsten Tag suchte auch die Wasserschutzpolizei. Anzeichen, dass Menden sich mit Todesabsichten herumtrug oder aber die Insel verlassen wollte, hatte im Gäste- und Freundeskreis niemand ausgemacht. "Claus-Otto hatte noch Pläne", ist sich einer seiner besten Kollegen sicher.
Das Verschwinden ist Inselthema Nummer eins
Überhaupt kann sich auf Föhr, wo eigentlich "jeder jeden kennt", niemand vorstellen, dass der als korrekte und penibel geltende Gastwirt seine Wohnung und das Lokal so hinterlassen würde. Die Gerüchteküche auf der Nordsee-Insel und im sonst so beschaulichen Wyk brodelt. Schlimmste Befürchtungen wurden geäußert, inzwischen gehen viele Insulaner von einer seelischen Verzweiflungstat aus - materielle Gründe, so die einhellige Meinung, seien auszuschließen. Und sollte Menden nicht freiwillig aus dem Leben geschieden oder Opfer eines Unfalls geworden sein, so bliebe nur die Möglichkeit eines Verbrechens. Längst ist das dubiose Verschwinden Mendens das Inselthema Nummer eins.
Gestern dann wurde die Kriminalpolizei in Niebüll eingeschaltet. "Wir ermitteln auf Hochtouren", erklärte die zuständige Kommissarin Sabrina Salomon. Nicht nur sie fragt, wer hat Claus-Otto Menden nach dem 23. Dezember noch gesehen? Wer kann Angaben über den Aufenthaltsort des 57-jährigen Gastwirtes machen? Hinweise nimmt die Wyker Polizeistation unter Telefon 04681/580470 oder dem Notruf 110 entgegen. Auch Kommissarin Salomon ist auf das Schlimmste gefasst: "Alles ist möglich, wir können derzeit nichts ausschließen."
Leserkommentare
Ja, das Verkaufsangebot der Nord-Ostsee Sparkasse für 610.000.- ist ja auch ein Schnäppchen.
Wenn man den Beitrag des Herrn Fichtner so liest, kann man ja beruhigt sein. Die Polizei kann nun die Ermittlungen einstellen. Herr Fichtner hat die Lösung gefunden. Großartig!
Der Kommentar ist eine Bodenlosigkeit und lässt jeden Anstand vermissen.
Das Gebäude steht schon länger (also schon vor Verschwinden von Herrn Menden) für einen lt. Aushang "ambitionierten Betreiber" zum Verkauf.
Viele Grüße
Da kann ich mich des Beitrages von Jan Bauer nur anschliessen: auf solche Kommentare wie die des Wochenschau-Mitarbeiters M. Fichtners kann man hier wirklich verzichten. Die Gaststätte steht schon lange zum Verkauf, das ist kein Geheimnis und dürfte an dieser Stelle nicht Bestandteil wilder Spekulationen werden.
wieda an Bord? Weiss jemand mehr?
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben. Anmelden
Warum muss ich mich anmelden/registrieren?
shz.de distanziert sich prinzipiell von allen in den Leserkommentaren geäußerten Meinungen ohne Rücksicht auf deren Inhalte. Alle Beiträge in den Leserkommentaren geben ausschließlich die persönlichen Ansichten und Meinungen der User wieder.
Bitte beachten Sie unsere Richtlinien für Kommentare!





Morgens im Nordfriesland-Tageblatt eine Immobilienanzeige betreffs Verkauf der Gaststätte "Glaube, Liebe, Hoffnung" und abends in der shz-Onlineseite, dass der derzeitige Gastwirt verschwunden ist. Es wäre doch mehr als Zufall, wenn zwischen diesen beiden Informationen kein Zusammehang besteht...