Internet-Aufklärung

05. Februar 2010 | Von nje

Flensburg. Welchen Gefahren setzen sich Minderjährige im Internet aus? Diese Frage stellen sich Eltern nicht selten, wenn Töchter und Söhne Stunden vor dem Rechner sitzen, spielen und chatten.

Das Schleswig-Holsteinische Landestheater und die Beratungsstelle Wagemut haben unter dem Titel "Wahnsinn Weites Web" ein Kooperationsprojekt gestartet, das mögliche Extreme und Gefahren des Internets veranschaulichen soll. Gestern war das Präventionstheater auf der großen Bühne im Landestheater zu Gast: Das Theaterstück "Clickit" ist für 5. bis 8. Klassen konzipiert und holt die Jugendlichen dort ab, wo sie stehen - in einer Welt, in der man ohne Internetpräsenz nicht richtig existiert und sich nicht nur auf dem Schulhof, sondern auch zwischen Chatroom und SchülerVZ austauscht.

Dass Kinder und Jugendliche im Internet oftmals zu viele Informationen preisgeben, liegt nicht unbedingt am Alter - der Großteil der erwachsenen Internetnutzer ist in dieser Hinsicht ebenfalls naiv. Doch die Daten von Minderjährigen können eine besondere Gruppe von Kriminellen auf den Plan rufen: Pädophile. Besetzt mit der Kölner Theatergruppe Zartbitter, werden den Schülern die möglichen Konsequenzen ihrer informationellen Freigebigkeit und die Strategien von kriminellen Perversen vor Augen geführt.

Hauptdarsteller Silvio, gespielt von Wolfgang Decker Tykwer, ist der unbedarfte Junge, der in einem Chatroom an einen falschen Freund gerät. Unter dem Namen "Kissmybody" macht sich ein Unbekannter im Schutz der Anonymität an Silvio heran - erschleicht sein Vertrauen. Als "Kissmybody" ihm Kinderpornographie per E-mail zuschickt, wird die Situation ernst.

"Nach der Vorstellung gibt es eine Nachbesprechung mit den Schülern", berichtet Sabine Schmidt von der Beratungsstelle Wagemut. Bei dieser Gelegenheit werden Info-Heftchen mit Tipps "gegen sexuellen Missbrauch im Chat" verteilt. Es gibt zwei Versionen - für Kinder und für Eltern. "Es geht nicht darum, eine Verbotskultur einzuführen", erklärt Reiner Johannsen, Geschäftsführer des Pro-familia-Landesverbandes. Vielmehr müssten Eltern das Thema frühzeitig ansprechen, würden so ihre Kinder besser schützen.


 

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