Winter in Schleswig-Holstein

Wird das Streusalz ausreichen?

15. Dezember 2010 | Von Eckard Gehm

Coole Idee: Einfach auswandern, bis es vorbei ist mit Eis und Schnee. Wer nicht muss, sollte Donnerstag nicht Auto fahren, rät die Polizei. Foto: Dewanger

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Nach zwei Wochen Schneefall hat Schleswig-Holstein schon ein Drittel seiner Streusalzvorräte verbraucht. Wird dadurch womöglich bald das Streusalz im Norden knapp?

Kiel. Den Verbrauch des Streusalz bestätigte am Dienstag der Direktor des Landesbetriebs Straßenbau und Verkehr, Torsten Conradt. Dabei hat die kalte Jahreszeit gerade erst begonnen. "Wenn es so weiter geht, werden wir vermutlich wieder die Mengen des Schneewinters 2009/10 benötigen", erklärte Conrad. Das waren 84.000 Tonnen. Für dieses Jahr hat der Landesbetrieb für 2,2 Millionen Euro einen Vorrat von 28.000 Tonnen angelegt, das ist genau die Kapazität der 57 Lagerstätten bei den Straßenmeistereien. Torsten Conradt: "Natürlich haben wir vertraglich weitere Lieferungen vereinbart." Der Händler müsse sein Streusalz bis zu einer bestimmten Menge zu einem festen Preis abgeben.

Da in einem durchschnittlichen Winter in Schleswig-Holstein rund 40.000 Tonnen an "auftauenden Stoffen", so die Amtssprache, benötigt werden, dürfte der Vertrag etwa über diese Menge laufen. Sollte der Schnee Schleswig-Holstein aber wieder so in den Würgegriff nehmen wie im vergangenen Winter, wird es teurer. Die Folgen beschreibt Torsten Conradt so: "Der Winterdienst steht in Konkurrenz zu anderen Auf gaben wie etwa der Beseitigung von Straßenschäden." Auch Neubaumaßnahmen verzögerten sich. Der vergangene Winter verschlang 25 Millionen Euro, in einem durchschnittlichen Winter sind es elf Millionen Euro. Nur die Gelder aus dem Konjunkturprogramm II retteten etliche Kommunen vor der unerwarteten Kostenlawine.

Wieder werden hohe Schneeverwehungen erwartet

Am Donnerstag nun geht der Winter weiter. Über Schleswig-Holstein soll eine regelrechte Schneewalze rollen. Diplom-Meteorologin Lina Reinberg von Wetterwelt.de in Kiel: "Wir rechnen mit Schneefällen von zehn bis 30 Zentimetern Höhe." Schuld hat eine Front mit polarer Luft, die sich von Nordosten zu uns schiebt. Reinberg: "Es wird dabei nicht bitterkalt werden, zeitweise fällt sogar Regen, was aber bedeutet, dass es extrem glatt werden kann." Und dort, wo Schnee fällt, kommt Wind mit Böen von Stärke 8 dazu. "Es muss also wieder damit gerechnet werden, dass es hohe Schneeverwehungen gibt", so Reinberg.

Die Straßenmeistereien sind laut Conradt in Bereitschaft. Ein Netzwerk von Sonden in den Straßen und eine Direktleitung zum Wetterdienst informieren die Männer, wo es besonders dicke kommt. Vorrang haben allerdings die Autobahnen, die 24 Stunden am Tag geräumt werden, auf allen anderen Straßen fahren die Schneepflüge nur von 6 bis 22 Uhr.


 

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