Nach Unglück
"Gorch Fock" wieder ausgelaufen
Der Dreimaster sei am späten Nachmittag vom Marinestützpunkt in Wilhelmshaven ausgelaufen, teilte Korvettenkapitän Arne Björn Krüger in Glücksburg mit. Nächstes Ziel des Schiffes ist Dublin. Die 18 Jahre alte Offiziersanwärterin war in der Nacht zu Donnerstag aus noch ungeklärter Ursache bei stürmischem Wetter 20 Kilometer nördlich von Norderney in die Nordsee gestürzt.
Die Suche nach der immer noch vermissten Soldatin ging auch am Montag weiter. Ein Hubschrauber suchte das Wattenmeer und die Ostfriesischen Inseln ab. Zudem setzte die Bundeswehr zwei Tornado-Aufklärungsflugzeuge mit Wärmebildkameras ein. Sie sollten die gesamte Deutsche Bucht sowie die Ost- und Nordfriesischen Inseln abfliegen.
Vernehmung der Crew ist abgeschlossen
Auch die Ermittlungen der Kieler Staatsanwaltschaft dauerten an. Die Behörde führt ein sogenanntes Vorprüfungsverfahren. Da die Vernehmung der Besatzung inzwischen abgeschlossen sei, gaben die Ermittler grünes Licht für die Weiterfahrt des Schiffes.
An Bord sei die Stimmung gedrückt, schilderte Presseoffizier Krüger. Unter großer Anteilnahme habe die Besatzung am Samstag in einer Gedenkandacht der vermissten Soldatin und ihrer Familie gedacht. Nach wie vor seien Psychologen und Militärseelsorger der Marine an Bord und leisteten Beistand.
Unterdessen wurde bekannt, dass es auf der "Gorch Fock" nach Angaben der Marine doch Suchscheinwerfer gibt - einen Topp- Scheinwerfer sowie kleinere Handscheinwerfer, die auch zum Morsen benutzt werden. Am Donnerstag kurz nach dem Unfall der Soldatin hatte ein Marine-Sprecher noch erklärt, die "Gorch Fock" habe keinen Suchscheinwerfer, auch die kleinen Rettungsboote nicht.
Leserkommentare
Guten Morgen! Es ist schlimm genug was passiert ist und jetzt sollten schleunigst die Ergebnisse ausgewertet werden, wenn dieses überhaupt möglich ist. Konsequenzen sollten auf jeden Fall gezogen werden und über die Sicherheit und die Sicherheitsausrüstungen in Zukunft nachgedacht werden. Ich bin selbst von 1989 - 1993 bei der Marine gewesen und 3,5 Jahre auf einem Minensuchboot (BM-Boot Frauenlob) zur See gefahren. Die Sicherheit stand immer in vorderster Reihe. Wenn wir auf See vor Anker lagen und Ankerwache hatten, war es Pflicht eine Schwimmweste zu tragen, im allgemeinen Schiffsbetrieb war es keine Pflicht. Was bringt es jetzt sich über jeden Beitrag aufzuregen und alles besser zu wissen, was die Medien alles so bringen. Es ist schlimm genug was passiert ist und die ganzen Theoretiker die zur Zeit alles auseinander nehmen, sollten sich etwas zurück halten. Meine persönliche Meinung ist aber, dass eine Ausbildung heutzutage auf einem Segelschiff nicht mehr zeitgerecht ist und wenn wirklich immer wieder Unfälle passiert sind und passieren werden, sollte die Marine sich mal überlegen, langfristig dieses doch einzustellen.
Ich wünsche der Familie der vermissten jungen Frau viel Kraft in der nächsten Zeit
Ich bin mir mit Rene Klomtann einig. Bis auf einen Punkt. Die Abschaffung der Ausbildung auf einem Segelschiff waere sehr schade. Nur dort koennen einem kuenftigen Marineoffizier die Voraussetzungen fuer kuenftige Taetigkeit in verantwortlicher und befehlshabender Position beigebracht werden.
Die Arbeit in der Takelage scheidet die Spreu vom Weizen!
Wer sich fuer die Offizierslaufbahn bei der Marine bewirbt, sollte sich darueber im klaren sein, was ihn erwartet.
Und falls sich jemand dafuer entscheidet, so hat er es auserdem freiwillig getan.
Selbstverstaendlich gilt mein tiefes Mitgefuehl der Familie und den Freunden der Vermissten.
Friedrich Niemann
Almuñecar (Granada)
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Bei aller Anteilnahme für die für die Angehörigen bleibt doch festzustellen, dass sich einige Personen leider nicht an den Grundsatz "erst denken - dann sprechen!" halten. Da ist ein Schulstabsoffizier (Fregattenkapitän) der MSM, welcher in mehreren Medien von grundsätzlicher Schwimmwestenpflicht spricht, ein ehem. Ausbildungsleiter bis 1995 (Fregattenkapitän) welcher behauptet, es würde keine Scheinwerfer geben. Es wird von guten Chancen in Ölzeug gesprochen - wahrscheinlich von Leuten die noch nie damit schwimmen mussten. Von einer Reling, über die man nicht so einfach fällt, die es aber auf der Back, nähe Bugspriet, gar nicht gibt. Wann waren diese Menschen zuletzt an Bord? Haben sie denn vor ihren Aussagen bedacht, dass die Kameradin eventl. als Posten vorne auf der Back stand, vielleicht unerfahren mit Seegang, gar seekrank? Wie sehen Schwimmbefähigungsnachweise aus? Wird Kleiderschwimmen, wenn überhaupt, unter reellen Bedingungen trainiert/ausgebildet. Der einizige, dessen Erinnerungsvermögen scheinbar nach all den Jahren ungetrübt ist, ist Herr Wolfgang Paul (Bericht von 06.09.) Besonders leid tut mir der Presseoffizier, welcher wieder geraderücken muss, was irgendwelche Fachleute von sich geben.