Überstunden im OP
Viele Stürze auf eisglatten Wegen
In den Krankenhäusern im Norden schieben die Chirurgen in diesen Wochen Überstunden. So wurden in der Lübecker Sana Klinik im Dezember und Januar rund 200 Patienten mit Knochenbrüchen behandelt. Das waren nach Angaben einer Sprecherin doppelt so viele wie sonst. Besonders häufig seien Oberschenkelhalsbrüche, da vor allem ältere Menschen auf eisglatten Straßen und Bürgersteigen stürzten. Doch trotz der vielen Knochenbrüche seien in der Klinik noch Betten frei und der Gips werde auch nicht knapp, sagte sie.
Anders im Friedrich-Ebert-Krankenhaus in Neumünster: Die Kapazitäten seien mehr als ausgeschöpft, sagt der Leiter der Unfallchirurgie, Michael Fuchs. "Wir haben einen sprunghaften Anstieg was Frakturen betrifft." In den vergangenen drei, vier Wochen habe sich die Zahl der Patienten verdoppelt. "Dieser Winter ist besonders extrem", sagt der Mediziner. So gebe es beispielsweise bei den Osteosyntheseplatten für Handgelenke bereits Lieferschwierigkeiten.
In den Ambulanzen des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) in Kiel und Lübeck werden zur Zeit 50 bis 75 Prozent mehr Patienten mit Knochenbrüchen behandelt, als üblich, sagte Sprecher Oliver Grieve. Besonders häufig seien gebrochene Handgelenke, Ellenbogen und Sprunggelenke. Ein Kind habe sich beim Rodeln unter anderem den Kiefer gebrochen. Ein Patient musste im Krankenhaus behandelt werden, weil er von einem Baum getroffen wurde, der unter der Schneelast umgestürzt war.





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