DER INSELBOTE
Nein der Region: Pläne für CO²-Lager unverantwortlich
Sønderjylland-schleswig. Die Post an Bundeskanzlerin Angela Merkel ist seit gestern unterwegs: Die Region lehnt Endlager für Kohlendioxid in ihrem Bereich strikt ab. Auf den Weg gebracht ist die Resolution, welche die Regionalversammlung in ihrer jüngsten Sitzung in Gramm bei Hadersleben verabschiedet hatte.
Im Resolutionstext, der sowohl der Kanzlerin als auch Ministerpräsident Peter Harry Carstensen zugestellt wird, heißt es: "Die Region Sønderjylland-Schleswig lehnt die Planungen und Durchführung von Maßnahmen zu CCS (Carbon Capture and Storage) in Schleswig-Holstein ab, da solche Maßnahmen für die deutsch-dänische Grenzregion in ihren Auswirkungen nicht überschaubar und somit nicht zu verantworten sind.
Die Begründung: Bei dem heutigen Erkenntnisstand gebe es weltweit keine nachweisbar erfolgreiche CCS-Technologie. Eine Einlagerung auf der Grundlage der CCS-Technologie setze eine funktionierende Kette mit den Schritten Abscheidung, Transport und Endlagerung voraus. Das sei bislang noch nicht ausreichend entwickelt.
Die unterschiedlichen Wasseradern und -speicher in Schleswig-Holstein seien Teil des nordeuropäischen Wasserversorgungsnetzes. Derzeit bestünden erhebliche Unsicherheiten über das unterirdische Ausbreitungsverhalten von CO2 und der Folgen. Die Erhaltung der Lebensgrundlage Wasser sei ein gemeinsames Anliegen.
Die Region habe die Chance, nicht nur sich selbst durch Windkraft und Sonne zu 100 Prozent aus regenerativen Energien zu versorgen, sondern andere Technologien weiterzuentwickeln und zu exportieren.
Bei einer CCS-Nutzung würde auch die Wirtschaft in der Region schwer geschädigt werden. Zudem sei nicht auszuschließen, dass die gesamte Region, die auf Tourismus angewiesen sei, einen erheblichen Imageschaden erleiden werde.
Die gesellschaftliche Akzeptanz in der Region sei nicht herstellbar. Allein die Planungen und Durchführung von seismischen Untersuchungen habe in breiten Teilen der Bevölkerung zu erheblichen Protesten geführt, die die Regionalversammlung inhaltlich teile.
"Eine Resolution sei deutlich angezeigt gegenüber den Behörden in Berlin", meinte der Vorsitzende der Regionalversammlung Jens Andresen (Venstre). Der Vorsitzende des Ausschusses für Wirtschaft und Umwelt, Thomas
Dose (CDU), Rodenäs, hatte zuvor von der "Gefahr" gesprochen, "dass nach der Bundestagswahl das Projekt wieder aufgenommen wird".



