Kein Solar-Park in Kating?
Tönning. Schon lange hatte es im Saal des Tönninger Rathauses nicht mehr so viele Zuhörer gegeben wie zur jüngsten Sitzung des Bauausschusses. Ging es doch um das Baugebiet 25 für Photovoltaik in Kating. Es hatten sich 20 interessierte Bürger aus dem Tönninger Ortsteil eingefunden, um in der Einwohnerfragestunde ihrer Ablehnung Ausdruck zu geben. So verlangte ein Katinger zum Beispiel, der Ausschuss möge sich Gedanken machen wie es mit der Photovoltaik-Anlage (PVA) weitergehen solle - keinesfalls dürften dafür landwirtschaftliche Flächen genutzt werden. Ein anderer bezeichnete diese Anlagen als "Irrweg" und meinte, das Projekt nütze nur einem einzigen Katinger, denn die anderen Investoren kämen von außerhalb. Alle anderen Einwohner wären ohnehin gegen die PVA. Windkraft statt Solarenergie forderte wiederum ein anderer Katinger. Der Vorsitzende des Katinger Ortsbeirats, Wolfgang Clasen, übermittelte dem Gremium die Einwände der Einwohner wie sie auf dem Infoabend in Kating geäußert worden waren (wir berichteten). Das hatte er in jener Veranstaltung versprochen: "Die Bürger von Kating wollen diese Anlage nicht. Die PVA würde landwirtschaftliche Flächen vernichten, den Vogelschutz beeinträchtigen, die Touristen stören und für eine Wertminderung der Häuser sorgen - der freie Blick über die Eiderstedter Landschaft wäre nicht mehr gegeben." Allerdings, betonte Clasen gegenüber den Husumer Nachrichten, habe er auf dem Infoabend nicht vorgeschlagen oder befürwortet, dass ein Protestschreiben an die Stadtvertreter geschickt werde. Dies sei aus der Versammlung gekommen.
Die CDU-Fraktion der Stadtvertretung hatte bereits ihre Schlüsse aus der Katinger Versammlung gezogen und legte im Bauausschuss einen Antrag an die Stadtvertretung vor. Darin heißt es: "Laut Geschäftsordnung der Stadtvertretung Tönning § 5 Abs. 5 soll der Aufstellungsbeschluss der 17. Änderung des F-Plans und des B-Plans Nr. 25, beschlossen in der Stadtvertretung am 23. Mai 2011, in der nächsten Stadtvertreter-Sitzung am 28. Februar 2012 aufgehoben werden." Für die SPD reagierte Jacob Peters darauf verständnislos: "Die Stimmung in Kating gegen die PVA hat uns etwas überrascht. Wir hätten aber erst einmal interne Gespräche führen sollen, statt gleich einen Antrag zu stellen." Der Ausschuss fasste keine neuen Beschlüsse. Das Thema "PVA in Kating" wird erst in der nächsten Stadtvertreter-Sitzung zur Abstimmung kommen.
Bauamts-Chef Kornelius Ruddeck gab einen Überblick über die laufenden Baumaßnahmen der Stadt. Die Sanierungsarbeiten im Altbau der Gemeinschaftsschule lägen preislich und zeitlich im Rahmen, wenn auch die Spezialausrüstung für die Fachräume erst im März geliefert würde. Im Schwimmbad sind die Gründungsarbeiten abgeschlossen worden. Derzeit sind aufgrund der Witterung jedoch keine weiteren Baumaßnahmen möglich. Hier hakte Hans-Joachim Teegen (CDU) ein: "Die Bäume, die für die Maßnahme gefällt werden mussten, werden ersetzt, wenn dort alles fertig ist." Weiter gab Ruddeck bekannt, dass eine Sanierung am Dach des Packhauses am Hafen vorgesehen sei und sich das Bauamt derzeit mit einer neuen Straßenbeleuchtung für die Badallee befasse.
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Gottlob - es scheint sich Vernunft breit zu machen. Alle vorgetragenen Kontraargumente sind stichhaltig. Ein weiteres zählt noch dazu, das bis dato noch keine Erwähnung fand - nämlich:
PVA's tragen nur 3% zum Energiemix bei, wurden aber mit absurden Fördermitteln von mehr als 500 Mrd. begünstigt, die wir alle mit höheren Strompreisen zahlen müssen. Deshalb kann es nicht angehen, dass nur ein Grundstückseigner und Investoren begünstigt werden.
Hoffentlich kommt diese PVA nicht. Dann schon lieber Windmühlen, die ja inzwischen landschaftstypisch sind.
Kurt Klönschnack
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