Backstage
Im Studio von "The Voice of Germany"
Berlin. Vor jeder TV-Show gibt es einen Anheizer, der das Publikum auf Touren bringen soll. Doch im Finale von "The Voice of Germany" war bisweilen der Beifall so kräftig, dass der Moderator nicht zu hören war. Da braucht der Anheizer dem Applaus kaum nachzuhelfen. In der Werbepause hat er aber ein paar Wiener als besonders weit angereist ausfindig gemacht, die sich einem unterhaltsamen Quiz unterziehen durften.
Damit die Bühne immer schön glänzt, wird sie in jeder Pause von fleißigen Bühnenbienen gewienert. Gelegentlich erinnern die an die Wischmäuse in der Campushalle bei SG-Spielen.
Nena als Animateurin
Auch die Juroren sind in den kurzen Pausen in Bewegung, The Boss Hoss gern am Reden, Rea auch mal nachdenklich.
Spontan gibt es immer wieder Applaus-Salven nahezu gleichmäßig verteilt für jeden der Finalisten; fair, rauchig, ausgelassen ist die Stimmung.
Die letzte Pause vor der großen Bekanntgabe des Gewinners. Es werden "99 Luftballons" gespielt und Nena übernimmt kurzzeitig die Rolle der Animateurin.
Um 23.13 Uhr steht die Siegerin fest: Ivy. Jetzt gehört ihr der tosende Applaus, sie singt noch einmal ihren Song. Bevor es um 0.15 Uhr eine Pressekonferenz geben soll, wird im Studio nun erstmal kräftig gefeiert.
Die Jungs sind die ersten in der Presse-Lounge
Michael Schulte aus Dollerup und Max Giesinger sind die ersten in der Presse-Lounge nach dem Finale. "Warum seid ihr so still?", fragt Michael und schnappt sich etwas zu trinken aus dem Kühlschrank. Max probiert Suppe. Und beide sind sie auf den weißen Barstühlen sofort umringt und im Gespräch.
Eines ist klar: Sie freuen sich für Ivys ersten Platz im Finale der Show "The Voice of Germany", freuen sich für die anderen und über ihren eigenen Erfolg. "Ivy hat immer abgeliefert", sagt Max anerkennend und ist auf das "Leben nach 'The Voice'" gespannt. "Wir vier haben alle schon gewonnen", betont er und spricht unisono für die anderen. Michael sieht's genauso: "Ivy ist die ganze Zeit gut gewesen"; ein Sieg ist mehr als verdient. Jeder hätte gern gewonnen, räumt der 21-jährige Dolleruper ein. Doch er sieht auch einen Vorteil der Ränge nach der Siegerin: "Wir haben viel mehr Zeit, unser Album jetzt zu produzieren."
In Flensburg gäb's jetzt das Dunkle vom Meter
Nichtsdestoweniger wird es auch Michael nicht schnell genug gehen können. Doch zunächst einmal wird gefeiert. In Flensburg wüsste Michael schon, wo er einkehren würde: Er mag Hansens Brauerei und am liebsten das Dunkle vom Meter. Nach der Party in Berlin und Ausschlafen freut er sich darauf, am Samstag irgendwann nach Hause zu fahren, wo er sich "vier, fünf Wochen" zumindest nicht in der Öffentlichkeit gezeigt hat. Er freut sich darauf, "Luft zu holen" nach Wochen "konsequenter Anstrengung" und dem inneren "Druck", weiterkommen zu wollen.
Viel Zeit zum "Luft holen" wird Michael Schulte, dem Drittplatzierten im Finale, nicht bleiben. Denn Rea Garvey, sein "Mentor" und Coach, hat ihn eingeladen, auf seiner Tour zu Gast zu sein. Diese startet - Heimspiel! - in Flensburg am 29. Februar.
Bezaubernd talentiert - bezaubernd bescheiden
Schließlich folgen auch zunächst Ivy und ihre beiden Cowboys Alec und Sascha von The Bosshoss sowie Kim Sanders, um erste Statements zu geben. "Die Frau kann zaubern", sagt Sascha über die Siegerin Ivy, die tatsächlich bezaubernd talentiert ist und dabei bezaubernd bescheiden bleibt. Sie habe "gerade viele Gefühle" zu verarbeiten und freut sich aufs Feiern in ihrer Stadt Berlin. "I want you to win this", hat Kim Sanders Ivy schon lange vor dem Finale auf den Weg gegeben, erinnert sich die Zweitplatzierte und freut sich für die Gewinnerin. "Ich hab' gar nicht verloren", sagt die 43-jährige Amerikanerin über sich selbst, die sich immer wieder in ihrer Muttersprache ausdrückt und herrlich lacht. "Ich hab' schon alles gewonnen, was ich bekommen wollte. Ich habe mein Selbstbewusstsein - ohne ein Projekt, just on my own."
Die Bosshoss-Cowboys an der Seite der siegreichen Ivy erkennen als Privileg, "Musik machen zu können" und davon zu leben. "Also: Immer schön auf dem roten Teppich bleiben", ermuntert Sascha, und die drei läuten zur Partynacht in Berlin ein.





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