Zusammenhalten in Zeiten der Krise
Offiziell Propst: Matthias Krüger nach der Amtseinführung durch den Bischofsbevollmächtigten Gothart Magaard (l.). Foto: lorenzen
Geleitet von zahlreichen Pastoren des Kirchenkreises Rendsburg-Eckernförde zog Propst Matthias Krüger gestern Nachmittag zu seiner offiziellen Amtseinführung in St. Marien ein. In seiner Predigt mahnte er den Zusammenhalt in der Gesellschaft an - gerade in Zeiten der Krise; denn "wer keine Lobby hat, ist arm dran".
Der Bischofsbevollmächtigte Gothart Magaard, der Krüger mit dem silbernen Kreuz des Propstes als äußeres Zeichen der Würde ausstattete, sprach von der großen Verantwortung dieses kirchlichen Leitungsamtes. Es sei auch verbunden mit besonderen Gestaltungsmöglichkeiten und der Notwendigkeit, die unterschiedlichen Aufgaben klar und gut zu unterscheiden, erklärte Magaard und umriss die Aufgaben: "Die Pröpstinnen und Pröpste dienen in ihren Kirchenkreisen den Kirchengemeinde, Diensten und Werken sowie der Pastoren- und Mitarbeiterschaft durch Verkündigung, Beratung und Visitation."
Matthias Krüger, der 15 Jahre lang Gemeindepastor in Viöl (Nordfriesland) und zuletzt auch im Evangelischen Regionalzentrum Westküste in Breklum für die Personal- und Organisationsentwicklung zuständig war, kenne das kirchliche Leben aus unterschiedlichen Perspektiven, stellte der Bischofsbevollmächtigte fest. "Ich habe Sie als jemanden kennen gelernt, der Themen unerschrocken und klar anspricht. Der gut organisiert ist und eine gute Portion Humor zeigen kann", sagte Maagard und fügte in diesem Sinne einen kleinen Seitenhieb an: Rein äußerlich ziert Sie gelegentlich ein großer Hut und gelegentlich sieht man Sie etwas abseits stehen, wo etwas qualmt. . . "
Mitten im Leben, das sich bei vielen Menschen zurzeit hauptsächlich um Fußball dreht, holte Matthias Krüger die Zuhörer bei der Premieren-Predigt in "seinem" neuen Gotteshaus ab. Vom Slogan der Weltmeisterschaft "Die Welt zu Gast in Afrika" schlug der Propst die Brücke zu Jesus: "Wir sind zu Gast beim Freund des Lebens" - und zwar nicht als Fremdlinge, sondern als Gottes Hausgenossen. "Von hier aus können wir Kirche bauen", sagte der 45-jährigen Pastor, der vor einem weiteren Aufsplitten der Gesellschaft warnte. Ganz neue Fremdlinge entstünden im eigenen Land, Menschen, die die trotz Staatsbürgerschaft von der Gesellschaft in weiten Teilen ausgeschlossen würden, erklärte Krüger und nannte die geplante Streichung des Elterngeldes für "Hartz IV"-Empfänger als Beispiele für diese Tendenz. Er dagegen unterstrich den Anspruch: "Als Kirche, als Christenmenschen sind wir gefordert, uns einzusetzen für soziale Gerechtigkeit, für ein gutes Miteinander."
Seinen Amtssitz hat Propst Matthias Krüger, der die Nachfolge von Kai Reimer angetreten hat, in Rendsburg, während er mit seiner Familie - seiner Frau Inken und den beiden Söhnen Johannes und Enno - im ehemaligen Rickerter Pastorat wohnt. Zuständig ist Krüger für 16 Kirchengemeinden im Südkreis und für das Kirchliche Verwaltungszentrum in Rendsburg.
Leserkommentare
ANZEIGENMÄRKTE
Newsticker
Aus dem Polizeibericht
Meistgelesene Artikel
- Neue Plakette für "Schrott-Passat"
- Bundespolizei stoppt Menschenschleuser
- Wohnmobil rollt in Elbe-Lübeck-Kanal
- Elf brennende Autos in Hamburg
- Acht "Männer" in einem Segelboot



