Zu hohe Mieten - ein Problem der Fußgängerzone

17. August 2010 | Von kgo

Freud und Leid dicht beieinander: Neben der Brandruine in der Feldschmiede glänzen "Street one" und "Glücksschmiede". Foto: Götz

Itzehoe. Alles steht leer, die Stadt stirbt. Die Klage ist allgegenwärtig. Und tatsächlich gibt es zahlreiche Leerstände - aber liegt das daran, dass niemand einen Laden in der Stadt eröffnen will? Wo liegen die Chancen und Probleme der Fußgängerzone? Ein Spaziergang mit Stadtmanager Wolfgang Helms.

Problemfall Breite Straße

Ein "Sorgenkind" ist die Breite Straße wohl nicht nur für Wolfgang Helms. "Hier haben wir gleich auf zwei Seiten Probleme", sagt er. Auf der einen Seite reihen sich an das leer stehende Hertie-Gebäude gleich mehrere Ruinen - ein schäbiger Anblick. Und gegenüber klafft die große Baulücke neben dem maroden Lichtschauspielhaus. "Das ist alles von der Substanz her nicht mehr nutzbar", sagt Helms. Alles hänge in diesem Bereich an der Zukunft des Hertie-Gebäudes. "Wenn sich dort was tut, wird es auch wieder eine Entwicklung geben." Für den Bereich rings ums "Licht" standen Investoren bereit, die wegen der Hertie-Schließung nicht tätig wurden. "Das zeigt, dass Potenzial in der Breiten Straße gesehen wird." Und es gebe auch Highlights, etwa "tolle Gastronomie" bei Eis Casal und Bäckerei Frähmcke.

Die beiden kleinen Läden, die gegenüber von Foto Soyka zur Vermietung stehen, wären aus Helms Sicht "schöne Läden für Dienstleister". Es gebe dort zwar "nicht die Top-Frequenz", dafür seien Parkplätze sehr nah. Wie es aussehen könnte, zeigt das Informations-

Büro der Pflegebetriebe Kuhrcke am anderen Ende der Straße.

Doch auch für Spezialgeschäfte könne die Breite Straße ein guter Anfangs-Standort sein, meint Helms. Dass Läden auch in dieser Lage überleben können, zeige beispielsweise "Sportteam Augath": "Wenn man sortimentsmäßig gut aufgestellt ist, dann weiß das der Kunde auch."

Die einstige "Kochlöffel"-Filiale sei "prädestiniert für einen Imbiss", meint Helms. Noch ist die Zukunft allerdings offen. "Wir stehen gerade erst in den Startlöchern", sagt Nils Ohlsen von der gleichnamigen Immobilienverwaltung, die die Betreuung übernommen hat.

Hoffnung in der Kirchenstraße

"Schöne Zeichen" findet Wolfgang Helms einige Schritte weiter in der Kirchenstraße. Etwa, dass in bestehende Läden investiert werde - wie im "Laden No. 48", der gerade renoviert wird. Auch darüber, dass "Sommer & Partner" in den Laden von Feinkost Kruse gezogen ist, freut sich Helms. "Natürlich wäre auch ein Feinkost-Laden schön. Aber es ist immerhin wieder ein inhabergeführtes, serviceorientiertes Geschäft."

Doch auch hier trüben Leerstände das Bild, allen voran die ehemalige "Quelle"-Filiale. Dort allerdings scheint Hoffnung in Sicht. Gerüchten zufolge soll der Textildiscounter "KiK" einziehen. Das bestätigt der Immobilienbesitzer Reimer Grethen-Bußmann zwar nicht. Nur so viel: "Wir stehen in Vertragsverhandlungen mit Interessenten. Es gibt aber noch nichts Konkretes." Das Ganze könne sich allerdings noch einige Zeit hinziehen. "Itzehoe ist nicht gerade eine blühende Stadt. Da muss man damit rechnen, dass man längere Leerstandszeiten hat."Fortsetzung auf Seite 20


 

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