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Sandaufspülung

Wird Helgoland verdoppelt?

11. April 2008 | 12:00 Uhr | Von Mira Nagar

Die Bildkombination mit zwei Computersimulationen zeigt die Hochseeinsel Helgoland vor (oben) und nach der Sandaufspülung. Foto: dpa

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Ein Hamburger Bauunternehmer hat vorgeschlagen, Helgolands Fläche mit Sandaufspülungen fast zu verdoppeln. So soll die dramatische Touristenflaute gestoppt werden.

Ungewöhnliche Vision für Deutschlands Hochseeinsel: Bauunternehmer Arne Weber hat vorgeschlagen, Helgoland mit Sandaufspülungen zu vergrößern. Er will den Felsen mit der Düne verbinden. Seine Idee stellte er jetzt in Cuxhaven vor.

Eine einen Kilometer lange Spundwand soll dafür vier Meter tief in den Meeresboden gerammt werden. Mit Sand aufgespült soll die Verbindung dann eine Fläche von 100 Hektar haben - Platz für Hotels, Badestrände und Promenaden. Kosten: etwa 80 Millionen Euro. "Das ist erstmal eine Veranschlagung", sagte Arne von Maydell von der Baufirma H.C. Hagemann zu shz.de. Der Quadratmeter würde unter 100 Euro kosten.

Promenade zum Robbenparadies?

"Noch ist das eine Vision", sagte Helgolands Bürgermeister Frank Botter zu shz.de. "Es gibt noch keine Baupläne und nichts." Er selbst war sehr überrascht von dem Vorschlag. Der Insel-Chef vertraut aber auf den Hamburger Bauunternehmer. "Weber hat schon eine Menge für Helgoland gemacht", erklärte Botter. "Wir gucken uns jetzt in Ruhe an, ob das machbar ist und ob wir das wollen." Der Vorschlag passe in die Diskussion, wie man wieder mehr Touristen auf die Insel locken könnte. Noch müsse aber geprüft werden, ob es naturschutzrechtliche Probleme gibt. Die bisher von der Insel getrennte Düne ist unter anderem ein Paradies für Robben.

Die Kosten werfen den Bürgermeister nicht aus der Bahn. Schließlich würde das Neuland wieder Geld in die Kassen spülen. 350 Euro koste derzeit ein Quadratmeter unerschlossenes Bauland auf der Insel. Botter vertraut darauf, dass sich auch das Land an den Kosten beteiligen würde, der Finanzminister sich freuen würde, wenn Helgoland Vorschläge macht. Es wäre die zweite Investition dieser Größenordnung. "Der Wiederaufbau von Helgoland  hat damals 125 Millionen Mark gekostet", sagte Botter. Auch von Maydell setzt auf die Politik: "Wir haben einen Gedankenanstoß gemacht. Das muss jetzt erst einmal in der Politik ankommen."

Die Insulaner versuchen derzeit, mehr Touristen für einen Helgolandbesuch zu begeistern. Das Aquarium soll saniert werden, die Seehundsdüne soll für Touristen besser erlebbar gemacht werden. Der dramatische Besucherrückgang hat bei den Helgoländern zu großen Einbußen in den Einnahmen geführt. Jetzt wird nach Lösungen gesucht. Unter anderem habe eine große Reederei angefragt, die gern Helgoland als Reiseziel anbieten möchte, erklärte von Maydell. "Die Kreuzfahrer wollen keinen Fuselfelsen anfahren", sagte er. Touristen wollten Strand- und Naturerlebnis. Helgoland müsste attraktiver werden. Von Maydell schlägt außerdem vor, die Hauptinsel zu sanieren und die Landebahn des Flughafens zu verlängern.
 


 

Leserkommentare

 
HILTRUD GRIMM 11.04.2008 12:10
Helgoland vergrößern

Ich habe mit nein gestimmt. Natürlich wäre es für die Helgoländer schön, wenn sie mehr Land hätten, aber man muss ja auch weiter denken. Die Verbindung mit der Düne hätte schlimme Folgen für die Düne. Jetzt kommen immer nur viele Tagestouristen, die auf Helgoland herumlaufen und einkaufen. Sie haben keine Zeit auf die Düne zu fahren. Wenn aber die Düne direkt angelaufen werden kann, werden dort die Tiere sehr gestört und vielleicht verlassen sie ja so gar die Düne.
Ich fahre immer mal nach Helgoland und bleibe ein paar Tage dort, um eben auf die Düne zu fahren und die Natur zu genießen.
Ich glaube, wenn Leute daran interessiert sind alles zu sehen, was Helgoland bietet, dann müssen sie etwas länger bleiben, wenn aber die Düne auch schnell zu besichtigen ist, werden es vielleicht noch weniger Übernachtungsgäste geben. Das sollte man vielleicht bedenken. Ich wohne jetzt auf Föhr. Leider ist es für uns jetzt schwieriger geworden nach Helgoland zu kommen, aber vielleicht ändert sich das ja auch mal wieder.

GODEHARD SCHMIDT-GOERTZ 12.04.2008 12:21
Helgoland

Wenn Helgoland sich weiter entwickeln will, dann muß es auch den "Mut zur Größe" haben. Stillstand ist der bequeme Beginn eines allmählichen Rückschrittes!
Wenn schon, dann muß man aber so hoch aufspülen, daß sich das gewonnene "Unterland" nicht - wegen der absehbaren Klimafolgen - schon bald wieder "landunter" befindet.
80 Millionen € sind doch "peanuts", wenn man bedenkt, wieviel Geld jedes Jahr allein in die Sandvorspülungen vor der Insel Sylt ausgegeben werden!

HANS STÜHMER 15.04.2008 17:08
Helgoland vergrößern

Zum Vorschlag von Arne Weber kann man viele Gegenargumente bringen. Ich möchte nur zu Ihrer Fotomontage folgendes sagen: Würde man die nördliche Spundwand so legen und damit bei Sturmflut sämtliche ankommenden Wassermassen zur Düne leiten, dann ist diese ratz-fatz weg! Papier ist geduldig, deshalb sollte man sich nicht aufregen und warten, bis auch Prof. Pasche beginnt, nachzudenken.

PASKOM 26.04.2008 20:55
ARNE WEBER MÖGE SEINE AMNESIE BEHANDELN LASSEN....

Arne Weber im Projektiierungdelirium tremens.... wohl Arne Weber in einer delitären Phase sich derzeit befindet - er tönt, er will und kann doch nicht, und er kann zwar seine Visionen über Medien berichten lassen, aber realisieren geht nicht, denn zur realisierung hat der Weberkopf keine juristische Kompetenzen, denn Helgoland nicht zu Weber zugehört, sondern Helgoland und Düne etc. längst Staatsteilgebiet des State Kingdom of Marduk geworden ist - weiteres unter www.king-marduk.de, hier hochinteressante Themen lesen können, und ihre Augen stierig werden, im ersten Moment nicht glaubenwollen, aber Wahrheit ist - möge auch Hans Stühmer zur Kenntnis nehmen, dass er auf Helgoland und Pinneberg nichts zu melden hat.



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