Vergewaltigungsvorwurf

Wetterexperte Kachelmann bleibt in Haft

24. März 2010 | 15:30 Uhr | Von Julia Schweizer und Martin Oversohl, dpa

Jörg Kachelmann darf das Gefängnis vorerst nicht verlassen. Foto: dpa

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Deutschlands bekanntester TV-Wetterexperte Jörg Kachelmann bleibt vorerst im Gefängnis. Kachelmann habe seinen Haftprüfungsantrag zurückgezogen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft am Mittwoch.

Klar ist auch nach Stunden im Mannheimer Amtsgericht vor allem, dass nichts richtig klar ist. "Ich bin unschuldig", wehrt sich TV-Wetterexperte Jörg Kachelmann gegen den Vorwurf, er habe eine frühere Lebensgefährtin vergewaltigt. Die Staatsanwaltschaft sieht das anders, sie spricht weiter von einem dringenden Tatverdacht und betont: "Wir schätzen die Aussagen der Frau als glaubhaft ein." Am Nachmittag wird dann verkündet: Kachelmann bleibt vorerst in U-Haft. Begleitet von seinem Anwalt verlässt der 51-Jährige müde lächelnd das Gebäude und steigt im Hof des Gerichts wieder in den grünen Kastenwagen der Polizei. Zurück ins Gefängnis, weiter warten.  

Ein bisschen sieht er dabei aus wie bei seinen populären abendlichen Auftritten vor der Wetterkarte, nur der gewohnte Bart fehlt: Kachelmann trägt Jeans und ein schwarz-weißes Ringelhemd unter der dunklen Lederjacke, die Haare fallen ihm in den Nacken, bei seinem kurzen Kommentar zu den wartenden Fotografen streckt er seine Arme weit aus.    

Kachelmanns Anwalt verzichtete zunächst auf eine offizielle Entscheidung

Umfassend hatte Kachelmann sich zuvor zu den Vorwürfen einer 36 Jahre alten Frau geäußert, die er im vergangenen Februar vergewaltigt haben soll. Deren Anwalt ist sich nach wie vor sicher, dass seine Mandantin die Wahrheit sagt. Es gebe zahlreiche Beweise, sagt Thomas Franz. Die Frau habe sich in der Gynäkologie in Heidelberg untersuchen lassen, es liege auch ein rechtsmedizinisches Gutachten vor, das ihre Aussagen bestätige. Die Radio-Moderatorin habe mit Kachelmann eine langjährige Beziehung gehabt. Unmittelbar nach der Tat habe sie ihn angezeigt. Die Frau werde psychotraumatologisch behandelt und könne derzeit nicht arbeiten, erklärte Franz weiter.    

Eigentlich hätte ein Haftrichter im Amtsgericht entscheiden müssen, ob der Wetterexperte vorläufig auf freien Fuß kommt oder weiter in U-Haft bleiben muss. Kachelmanns Anwalt Reinhard Birkenstock hat das Heft dann nach Darstellung der Staatsanwaltschaft selbst in die Hand genommen und zum Rückzug geblasen: Der Kölner Jurist verzichtete zunächst auf eine offizielle Entscheidung des Haftrichters. Wäre nämlich gegen den TV-Moderator entschieden worden, hätte dieser keinen neuen Prüfungstermin beantragen können. Dann wäre ihm nur der Weg über eine Haftbeschwerde offen geblieben. Bereits vor dem Termin hatte er bezweifelt, dass sein Mandant am Abend auf freiem Fuß sein könnte: Die Angaben Kachelmanns müssten noch länger geprüft werden, hatte Birkenstock gemutmaßt.  

Der TV-Moderator war am vergangenen Wochenende auf dem Rückweg von den Olympischen Spielen im kanadischen Vancouver auf dem Frankfurter Flughafen verhaftet worden. Umgehend hatten sowohl seine Anwälte als auch eine Sprecherin seines Schweizer Unternehmens meteomedia die Vorwürfe dementiert und angekündigt, Kachelmann werde sich dagegen juristisch zur Wehr setzen.


 

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