Weltmeisterlicher Empfang
Es war eine Überraschungsfeier, die der TSV Schülp für die Rückkehr seiner Weltmeisterin organisiert hatte: Unter großem Jubel und Beifall wurde die Faustballerin Kim Reimers in den Räumen des Gasthofes "Krug zum grünen Kranz" wieder in Schülp begrüßt. Mit der Goldmedaille um den Hals war die 18-jährige Faustballerin am Abend zurück aus dem spanischen Badeort Lloret de Mar, wo sie mit der deutschen U18-Auswahl nach einem packenden Endspiel gegen Österreich die Weltmeisterschaft gewonnen hatte.
Bereits seit dem 15. Lebensjahr gilt Reimers als Leistungsträgerin in der Frauen-Bundesliga-Mannschaft des TSV Schülp. Vor zwei Jahren wurde sie schon einmal für die Jugend-Nationalmannschaft nominiert. "Damals hatte ich es aber nicht geschafft, in den Kader aufgenommen zu werden", erinnert sie sich. Auch dieses Mal sah es anfangs gar nicht so gut für die 18-jährige Schülperin aus. Das lag aber nicht an den sportlichen Leistungen von Kim Reimers, sondern daran, dass sie den neuen Bundestrainern Dorothee Schröder und Frank Laux bei ihren Sichtungen entgangen war und sie deshalb nicht zu einem Lehrgang eingeladen worden war. Auf Empfehlung wurde sie dann aber doch noch nachnominiert und überzeugte die Trainer mit einer souveränen Leistung, die ihr direkt die Aufnahme in die Mannschaft sicherte.
In Spanien galt es, gegen sieben Mannschaften bis zum Gewinn des Weltmeistertitels zu bestehen. "Eigentlich war ich gar nicht so nervös", erzählt Kim Reimers über ihr erstes Spiel. Schlimmer als die Nervosität sei gewesen, dass sie sich selbst sehr unter Druck gesetzt habe. "Das ist ein Problem, an dem ich noch arbeiten muss", gesteht sie selbstkritisch ein. Im Halbfinale und im Finale durfte Kim Reimers deshalb nur von der Bank aus mitzittern. "Klar hätte ich lieber auf dem Platz gestanden und mitgespielt", erklärt sie. "Doch so hab ich meine Mannschaftskolleginnen anfeuern können und mit ihnen mitgefiebert."
Unbeschreiblicher Jubel habe dann nach dem klaren Final-Sieg gegen die Österreicherinnen geherrscht. "Das war schon ein unheimlich tolles Gefühl", versucht Kim Reimers die Situation zu beschreiben. Dass dann auch noch die männliche Jugend-Nationalmannschaft ebenfalls den Titel holte, machte das Deutsche "Doppel-Gold" und natürlich auch eine ebenso ausgiebige wie rauschende Doppel-WM-Titel-Party perfekt.
Wieder zurück in Deutschland, wurde Kim Reimers von dem Empfang vollkommen überrascht. "Eigentlich dachte ich, dass wir nur etwas essen gehen wollten", staunte sie über den "großen Bahnhof" in ihrer Heimatgemeinde. Neben Verwanden und Bekannten waren unter anderem auch Mitspielerinnen aus ihrer Jugend- und Bundesligamannschaft sowie Mädchen und Jungen aus den Nachwuchs-Teams gekommen, um mit Kim Reimers ihren großen Erfolg zu feiern. "Was ich leider nicht geschafft habe, hast du bereits in jungen Jahren erreicht", freute sich Michael Bötzer, der 2. Vorsitzende des TSV Schülp, für die junge Sportlerin. Glückwünsche und lobende Worte überbrachte auch Bürgermeister Volker Ratjen. Dabei betonte er, wie "mächtig stolz" die Gemeinde auf ihre Faustballer sei. Dazu zähle auch die hervorragende Jugendarbeit innerhalb des Vereins. Das alles trage dazu bei, dass Faustball in Schülp ein Sport sei, der den Ort präge. "Und Du hast Schülp mit dem Gewinn des Weltmeistertitels zu Weltruhm verholfen", gratulierte Ratjen beeindruckt der jungen Sportlerin.
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