"Polarstern"-Unglück
Wellen waren für Katamaran viel zu hoch
Die verunglückte Fähre "Polarstern" hat die Insel Helgoland am Montagnachmittag bei einem zu hohen Wellengang verlassen. Die Wellen waren zum Zeitpunkt des Auslaufens im Schnitt 2,70 Meter hoch, teilte das Hamburger Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) mit. Die höchsten Brecher hätten mehr als vier Meter erreicht. Nach Angaben der "Polarstern"-Reederei AG Ems sind 2,50 Meter hohe Wellen die Höchstgrenze für ein Auslaufen. "Wir müssen noch klären, ob der Kapitän diese Werte kannte", hieß es bei der AG Ems.
Bei dem Unglück wurden 24 Passagiere verletzt, drei von ihnen schwer. Der stellvertretende Leiter der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU), Jürgen Albers, hat Verzögerungen bei den Ermittlungen beklagt. "Die Polizei hat uns erst Dienstagmorgen informiert", sagte der stellvertretende Leiter der BSU in Hamburg. Anders als angenommen verloren die Ermittler dadurch aber keine Informationen. "Wir hatten zunächst befürchtet, dass der Datenschreiber des Katamarans nach zwölf Stunden bereits gelöscht ist", sagte Albers. Die "Polarstern" habe ein solches System aber nicht. Die Polizei wollte sich zur Kritik der BSU nicht äußern.
Leserkommentare
hm ja ... also wenn die BSH von ner Wellenhöhe von 2,7m spricht, dürfte sich der Kapitän sicher gewesen sein am Limit zu fahren, aber für ihn nicht nachvollziehbar, ob nun 2,5m 2,3m oder 2,7m hohe Welle. Diese Wellenhöhenangabe ist natürlich nur nen Mittelwert und es gibt durchaus wesentlich höhere Wellen dabei. Auch die Beschränkung auf ne signifikante Wellenhöhe von 2,5m beinhaltet, daß natürlich auch höhere Wellen auftreten, soll eben nur eine Grenze sein. Die Wellenhöhenangaben in den Voraussichten werden mit ziemlicher Sicherheit unterhalb der 2,5m gelegen haben, sonst wäre der Kapitän eben nicht ausgelaufen.
Wieso hätte der Gutste denn nen mayday abgeben sollen???? Ist mir schleierhaft. Soweit mir bekannt war zufällig nen Unfallarzt nebst zwei Krankenschwestern an Bord, die sich um die verletzten kümmern konnten. Glück im Unglück. Das Leck konnte wohl abgedichtet werden und mit reduzierter Fahrt ein Nothafen angelaufen werden. Also wozu nen Notruf? Das Schiff war nach Meinung des Kapitäns seetüchtig genug, eine akute Gefahr nicht gegeben. Die Alternative das Schiff zu evakuieren ist daher unsinnig. Wer heftigeren Seegang kennt, weiß ziemlich genau, daß die Gefahr einer Bergung von einem Schiff deutlich höher ist, als mit nem zwar angeschlagenen Schiff, aber fahrtüchtigem Schiff in nen Hafen zu laufen.
Man darf gespannt sein, aber ich schätze es wird in der Seeamtsverhandlung nicht zu einer Verurteilung des Kapitäns kommen.
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Die BSU beklagt das sie von der WAPO zuspät Informiert wurde, die Frage müsste allerdings auch gestellt werde "Ware die Küstenleitstelle Informiert?".
Für mich steht immer noch die Frage offen: "Warum wurde keine Notruf abgesetzt?"
Grade in diesem Seegebiet haben schon einige Schiffe ihre Einschlägige Erfahrung gemacht, ich Erinnere nur ungern an den Unfall mit dem SK "Alfred Krupp" der Anfang 1995 in mehrer Grundseewellen kam und Durchgekennter war und dabei 2 Rettungsmänner auf See blieben.
Die Reederei "AG EMS" muss sich aber auch die Frage stellen: "Warum haben sie den Katamaran Überhaupt nach Helgoland fahren lassen?" oder "Warum hat der Kapitän den Kurs nicht geändert und ist den nahe liegenden Festlandhafen bzw. -gewässer (Jade/Weser/Elbe) Angelaufen und die Fahrgäste wären dann mit einem Bus nach Emden gefahren.
Ich kann mir beim besten willen nicht Vorstellen, das diese Seegang sich bei den 4 std. Aufenthalt auf Helgoland erst entstanden ist, es muss schon bei der Hinfahrt einen Seegang gegeben haben.
Und wenn der Katamaran mit dem Seegang nach Helgland gefahren ist und nicht so schlimm war, müsste dem Kapitän doch klar sein das er auf der Rückfahrt gegen die Wellen Strömung fahrt und das heißt harter Seegang.
Die BSU wird noch weiter Ermitteln und ein dem entsprechen Urteil zum Unfallhergang noch fällen.