LANDESPOLITIK
AKW Krümmel und Brunsbüttel
Weiterhin kein Termin zum Anfahren
"Die Anlagen werden erst wieder ans Netz gelassen, wenn der Betreiber Vattenfall alle sicherheitstechnischen Probleme gelöst hat", sagte die für die Atomaufsicht zuständige schleswig-holsteinische Sozialministerin Gitta Trauernicht (SPD) am Dienstag laut einer Mitteilung im Kabinett in Kiel. Es stünden noch umfangreiche Sanierungsarbeiten an.
Schwerpunkt der Arbeiten seien derzeit Reparaturen an Rohrleitungsarmaturen. Dort waren Risse festgestellt worden. Die Arbeiten seien technisch außerordentlich aufwendig, erklärte Trauernicht. Im Laufe der Arbeiten habe Vattenfall mehrfach das Sanierungskonzept ändern müssen. Zudem sei die Sanierung von Dübeln in beiden Kraftwerken noch nicht abgeschlossen. In Brunsbüttel müssten zudem Stahlbühnen am Reaktorkern ertüchtigt werden. Sozial- Staatssekretär Hellmut Körner und Wirtschaftsminister Werner Marnette (CDU) hatten sich am Montag in den Kraftwerken über die Reparaturarbeiten informiert.
Krümmel hat eine Restlaufzeit über 2015 hinaus
Ein taktisches Verzögern des Betreibers, um sich in die nächste Legislaturperiode im Bund zu retten und bei einer anderen Regierungskonstellation auf ein Ende des Atomausstiegs zu hoffen, sei auszuschließen, sagte ein Sprecher der Sozialministeriums auf Nachfrage. Wirtschaftsminister Marnette hatte diese Befürchtung vor gut einem Monat geäußert und darauf verwiesen, dass für Schleswig- Holstein wegen der Abschaltung Steuereinnahmen in Millionenhöhe ausblieben. Das Atomkraftwerk Brunsbüttel sollte eigentlich im Jahr 2009 endgültig abgeschaltet werden. Die Reststrommenge, die es noch produzieren darf, reicht laut Ministerium aber noch für rund zwei Jahre. Krümmel ist neuer und hat eine Restlaufzeit über 2015 hinaus.
Die beiden Kraftwerke waren im Sommer 2007 nach Pannen abgeschaltet worden. In Krümmel hatte ein Brand in einem Transformator auf dem Kraftwerksgelände zur Abschaltung geführt, am selben Tag war Brunsbüttel nach einem Kurzschluss in einer Schaltanlage vom Netz gegangen.





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