Wehr-Kooperation über die Grenze erreicht Praxisreife
Handewitt. Auf den ersten Blick sah in Ellund-West alles so aus wie bei einer üblichen Feuerwehr-Übung: Ein zu Schrott gefahrenes Auto lag direkt an einem Baum, und ein Mann ahmte sehr gekonnt vor Schmerz verzerrte Hilfeschreie nach.
Die Besonderheit des fünftägigen Lehrgangs "Technische Hilfeleistung, Modul I" verbarg sich in der Struktur der Teilnehmerschaft. Neben zwölf Kameraden der Ortswehr Ellund beschäftigten sich auch zwei Angehörige der dänischen Nachbarwehr Fröslee mit Personenbergung, Schere und Spreitzer.
Es war der erste grenzüberschreitende Lehrgang überhaupt, verwirklicht ein knappes Jahr nach der Partnerschaftserklärung beider Wehren. "Wichtig für die Zusammenarbeit ist es zu wissen, mit welchem Material beide Wehren arbeiten", erklärte Ellunds Wehrführer Richard Andersen. Geleitet wurde die Fortbildung von Jost Petersen, dem Ausbilder des Stadtfeuerwehrverbandes Flensburg. Für die Ortswehr Ellund passte dieser Lehrgang auch zum neuen Anforderungsprofil. Sie hatte Anfang des Jahres ein neues Fahrzeug, ausgestattet mit einem Hilfeleistungssatz, erhalten, da demnächst die sanierte Betonstraße freigegeben wird. "Das wird eine Rennstrecke", mutmaßte Gemeindewehrführer Egon Ossowski.
Nach der Abschlussübung überreichte Hans Peter Petersen, Beisitzer im Kreisfeuerwehrverband Schleswig-Flensburg, das schleswig-holsteinische Feuerwehrehrenkreuz (Bronze) an Oluf Feddersen-Jessen und Richard Andersen. Die Wehrführer aus Fröslee und Ellund gelten als die "Motoren" für die erste deutsche-dänische Kooperation im Brandschutz-Sektor.
Und fast hätte es an jenem Tag den ersten gemeinsamen Einsatz gegeben. Ein Lkw-Unfall war gemeldet worden. Die anwesenden Mitglieder beider Wehren düsten über die Autobahn nach Dänemark. Der vermeintliche Ernstfall entpuppte sich dann allerdings als Fehlalarm.



