Nach Unglück

Suche nach "Gorch Fock"-Kadettin läuft weiter

08. September 2008 | 16:39 Uhr | Von shz.de/dpa

Ein Polizeiboot verlässt Sonntag die Insel Norderney, um sich an der Suche nach der vermissten Gorch Fock-Soldatin zu beteiligen. Im Hintergrund ist der Strand der Insel Jüst zu sehen. Foto: dpa

Die Marine sucht 20 Kilometer vor Norderney immer noch nach der vermissten Kadettin, die vom Deck der Gorch Fock gestürzt war. Das Segelschulschiff setzt seine Ausbildungsreise jetzt fort. Die Stimmung an Bord ist gedrückt.

Nach dem mysteriösen Sturz einer Soldatin vom Segelschulschiff "Gorch Fock" in die Nordsee fehlt noch immer jede Spur von der 18-Jährigen. Einsatzkräfte der Marine suchten am Wochenende weiter von Tagesanbruch bis zur Dämmerung nach ihrer Kameradin, die in der Nacht zum Donnerstag über Bord gegangen war. "Wir haben leider kaum noch Hoffnungen, sie lebend zu finden", sagte Marine-Sprecher Arne Krüger in Glücksburg. "Wir setzen alles daran, unsere Soldatin wiederzufinden. Das ist unsere Verpflichtung auch den Eltern gegenüber und uns ganz wichtig." Die Offiziersanwärterin war aus noch ungeklärter Ursache 20 Kilometer nördlich von Norderney in die Nordsee gestürzt.

Ein Hubschrauber vom Typ Sea King fliegt das Wattenmeer und die Ostfriesischen Inseln ab. Zwei Tornado-Aufklärungsflugzeuge vom Aufklärungsgeschwader 51 "Immelmann"
aus Jagel suchen das Gebiet zusätzlich mit Wärmebildkameras ab. Sie fliegen die Ostfriesischen und Nordfriesischen Inseln sowie die gesamte Deutsche Bucht ab und suchen nach der jungen Frau aus Nordrhein-Westfalen.  Über dem Gebiet wurde eine Flugverbotszone eingerichtet.

Staatsanwaltschaft prüft Aussagen der Besatzung

Auch die Ermittlungen zur Unfallursache gingen weiter. Die Kieler Staatsanwaltschaft hat ein sogenanntes Vorprüfungsverfahren eingeleitet. Sie prüft, ob es möglicherweise einen Anfangsverdacht für Fahrlässigkeiten oder Straftaten gibt. "Wir haben weitere Besatzungsmitglieder befragt und werten dies jetzt aus", sagte Oberstaatsanwalt Uwe Wick. "Abschließende Ermittlungsergebnisse liegen noch nicht vor." Derzeit werden weitere
Vernehmungen von Zeugen an Bord der "Gorch Fock" von Seiten der Staatsanwaltschaft Kiel und der Marine zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht für erforderlich gehalten.

Das Segelschulschiff verlässt am Montagabend den Marinestützpunkt Wilhelmshaven. Der berühmte Dreimaster, der in diesem Jahr seinen 50. Geburtstag feiert, sollte eigentlich am Freitag in den Hamburger Hafen einlaufen. Dieser Besuch sowie der für Sonnabend in Flensburg geplante Marineball wurden wegen des Unfalls abgesagt.


 

Leserkommentare

 
ANGELIKA HARRISLEE 08.09.2008 11:52
kadettin

ich wünsche der familie viel kraft

MANFRED ARTHUR SCHMIDT 16.09.2008 17:31
unglück ...

liebe eltern,
ich bin ebenfals bei der marine geesen und habe schlimme unfälle miterlebt. das von ihrer tocter kann ich duraus verstehen, denn ich mußte auch als vorgesetzter mit auf die beerdigungen und habe dort viel tränen mit vergossen. wenn ich ihnen einen kleinen trost mit auf den weg geben darf, so sind meine gedanken bei den trauernden.
in stiller trauer gedenkt ein alter marinesoldat
manfred arthur schmidt
olt.z.see



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