Stadt möchte drei Hektar Kirchenland
Die Stadt wird nach der einstimmigen Empfehlung des Bau- und Umweltausschusses und vorbehaltlich der Zustimmung durch die Ratsversammlung einen erneuten Vorstoß zum Ankauf von landwirtschaftlich genutztem Kirchenland unternehmen. Auf den ins Auge gefassten 3,18 Hektar im Bereich des Eimersees nördlich des Feldwegs soll kein neues Baugebiet ausgewiesen werden, vielmehr geht es um den Schutz des Grundwassers. In dem Antrag der CDU-Fraktion wird auf die besondere Dringlichkeit der Grundstückskaufverhandlungen hingewiesen, weil es für Ankäufe zum Schutz des Grundwassers nur noch in diesem Jahr eine Förderung von 80 bis 90 Prozent des Kaufpreises geben wird. Bei dem in Rede befindlichen Kaufpreis von zwei Euro pro Quadratmeter und Gesamtkosten von etwas mehr als 60 000 Euro hätte die Stadt dafür anteilig nur 6000 bis 12 000 Euro zu zahlen. Knackpunkt in den bisherigen Verhandlungen zwischen Stadt und Kirche war allerdings die grundsätzliche Haltung der Kirche, eigene Ländereien nicht zu verkaufen. Allenfalls, so Bürgermeister Jörg Sibbel, sei die Kirche zu einem Grundstückstausch bereit, da die Stadt aber nicht über entsprechende Ländereien verfüge, sei man sich bisher nicht handelseinig geworden. Er deutete an, sich gegebenenfalls mit dem Amt Schlei-Ostsee zusammensetzten zu wollen, um über einen Ringtausch zu sprechen.
Der neuerliche Anlauf zum Flächenankauf steht in direktem Zusammenhang mit dem Auslaufen der Förderung. Im CDU-Antrag wird ausgeführt, dass die Fläche als Maisacker genutzt und "regelmäßig und stark" mit Gülle gedüngt wird. Nur 30 Meter davon entfernt befinden sich die Trinkwasserbrunnen des Wasserwerks Nord, die vor einiger Zeit durch Verkeimung auffällig waren, zudem grenzt der Eimersee in Nordosten an die landwirtschaftlich genutzte Fläche. "Es wäre für den Schutz des Grundwassers und des Eimersees von großer Bedeutung, wenn die Maisackerfläche durch die Stadt oder die Stadtwerke erworben und in Wald, Sukzessionsfläche oder Extensivgrünland umgewandelt werden könnte", formulierte die CDU. "Wir wollen jetzt Nägel mit Köpfen machen", sagte CDU-Vertreter Georg Bicker.
"Vorführung"
Mit Power Point professionell in Szene gesetzt, problematisierte der Vertreter der Grünen, Dr. Helmut Offermann die Aufstellung des Verkehrsschildes "Keine Wendemöglichkeit" in der Gerichtstraße. Das Bauamt hätte vorher in öffentlicher Sitzung kundgetan, dass ein solches Schild nicht erforderlich sei, und nun stehe es plötzlich dort, ohne zumindest die Ausschussmitglieder darüber in Kenntnis gesetzt zu haben, merkte er kritisch an. Während ihm Jürgen Neumann von der SPD beipflichtete ("Erst wird es abgelehnt und dann doch gemacht") werteten Bürgermeister Sibbel und die überwiegende Mehrheit des Ausschusses Offermanns kritische Anmerkungen zum Verwaltungshandeln als "Vorführung" des damals verantwortlichen und mittlerweile pensionierten zuständigen Bauamtsmitarbeiters. "Es ist nicht schön, die Verwaltung so vorzuführen", entgegnete ihm Ausschussvorsitzender Karl-Heinz Huber (CDU). Bürgermeister Sibbel kritisierte, dass Oppermann sich nicht vorab ans Bauamt gewandt habe und seine Kritik stattdessen förmlich öffentlich zelebriert habe.
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