Prozess gegen Thomas Langkau

Zeuge: Der Angeklagte wollte sich töten

10. Dezember 2009 | 17:24 Uhr | Von dpa

Schauplatz des Verbrechens: Der rote Eckbungalow der Familie Langkau am Tag nach der Tat. Foto: Dewanger

Psychiatrischer Gutachter im Zeugenstand: Im Prozess um den grausigen Doppelmord von Harrislee hat das Flensburger Landgericht erstmals Einblick in das Seelenleben des Angeklagten erhalten.

Ein als Zeuge geladener psychiatrischer Gutachter sagte am Donnerstag vor dem Landgericht Flensburg aus. Ihm hatte der wegen Mordes angeklagte Familienvater die Tatumstände geschildert. Der 38-Jährige soll im Februar seine Ehefrau (36) und seine Tochter (7) mit rund 150 Messerstichen getötet und das Haus der Familie in Brand gesetzt haben, um das Verbrechen zu vertuschen. Mit dem am Tattag gekauften Messer habe sich der Angeklagte eigentlich selbst töten wollen, sagte der Experte am siebten Prozesstag.

Die Verteidigung hatte diesen Experten zunächst als Ersatz für den ersten psychiatrischen Gutachter vorgeschlagen, der wegen Befangenheit ausgewechselt wurde. Das Gericht entschied sich jedoch für einen anderen Sachverständigen als Prozess-Gutachter. Der Angeklagte habe sich benebelt gefühlt nach einem Gespräch mit Geschäftspartnern, die Geld gefordert und ihn massiv bedroht hätten, führte der sachverständige Zeuge aus. "Wir fangen mit Frau und Kind an, Zeh für Zeh", habe man dem Familienvater angedroht. Er habe Angst um die Familie gehabt.

"Dann wollte er nur noch, dass sie still ist"

In Selbstmordabsicht habe der Angeklagte Messer und Pfefferspray gekauft. Warum der Mann auch Grillanzünder kaufte, mit dem er später das Haus angezündet haben soll, konnte der Zeuge nicht erklären. Zu Hause habe der 38-Jährige mit seiner Frau reden wollen, doch die habe ihn als Versager beschimpft und auf ihn eingeprügelt, berichtete der Zeuge weiter. "Dann wollte er nur noch, dass sie still ist", erklärte der Zeuge. An die Messerstiche könne sich der Angeklagte nicht erinnern. Die Erinnerung setze nur bruchstückhaft wieder ein. Der Angeklagte könne sich die Tat nicht erklären, betonte der Zeuge. Während der Schilderung hatte der Angeklagte Tränen in den Augen.

Auf seiner Flucht hatte der 38-Jährige die Tat in einer E-Mail gestanden. Vor Gericht macht er bisher aber keine Aussage. Die Polizei hatte den Familienvater wenige Tage nach der Tat in Berlin aufgespürt. Dort habe sich der Mann umbringen wollen, sagte der Zeuge. Für die Schilderung des Zeugen der Details über die Beziehung zu den Eltern sowie über das Sexualverhalten des Angeklagten wurde die Öffentlichkeit ausgeschlossen.

Immer wieder habe Langkau mit den "Hells Angels" gedroht

Zuvor hatte ein Geschäftspartner den Angeklagten als Mann beschrieben, der sich gern als einen "Macher" gesehen habe. Zudem berichtete er über Bedrohungen seitens des Angeklagten. "Es ging so weit, dass wir Angst hatten", betonte der Partner am Donnerstag. Rund 900.000 Euro habe der Angeklagte von ihm verlangt, um sich aus der gemeinsamen Firma zurückzuziehen. Immer wieder habe der 38-Jährige ihm mit der Rockergruppe "Hells Angels" gedroht. Er sagte: "Ich weiß, wie ich an mein Geld komme und wenn nicht, stehen bei Euch im Garten die Motorradfahrer."

Der Zeuge berichtete auch über das Familienleben des Angeklagten. Der 38-Jährige sei von seinem Vater stark kontrolliert worden. Von seiner Frau habe er viel Disziplin in Haushalt und Garten gefordert. „Er hat sie mit vielen Frauen betrogen. Man hat seiner Frau angemerkt, dass sie nicht glücklich ist“, betonte er. Zudem habe die kleine Tochter Angst vor ihrem Vater gehabt. Nach außen aber „haben sie die perfekte Familie gespielt“, betonte der Zeuge.


 

Leserkommentare

 
BIRGIT 10.12.2009 16:55
Prozess

Ich hoffe nicht, dass es nachher heisst: er wusste nicht , was er tat und in die Psychiartrie weggesperrt wird.
das wäre ein Schlag ins Gesicht der Angehörigen der Frau L.-
Wenn jemand solche Äusserungen tätigt, (Motorräder im Garten /Drohung) dann kann mir niemand erzählen, dass er nicht wusste, was er sagte.

KAI DAVIDSEN 10.12.2009 17:07
langkau

...der arme Herr Langkau, am Ende hat er alles nur aus Liebe getan.
Er konnte noch Autofahren bis nach Berlin und hat sich Tagelang das Leben nehmen wollen. Ich denke, der Herr Langkau ist seit Jahren nicht mehr Herr seiner Sinne.

KALLI 10.12.2009 18:08
Jetzt reichts!

Seine Frau soll Ihn als Versager beschimpft und zugeschlagen haben.....ja ,wer soll denn das bitte glauben?Sicherheitshalber hat er Grillanzünder gekauft....wozu?
Seine Frau sollte unterwürfig sein und gut aussehen.Immer schön nach seiner Pfeife tanzen.Sonst gab es was draufUnd nun soll SIE die treibende Kraft gewesen sein..??Noch ein bischen heulen,Reue heucheln.
Das Puzzel ist so löchrig.Darauf fällt niemand rein.
Sein Vater hat ihn angeblich kontrolliert.Was Langkau wiederum an seine Frau weitergegeben hat.Ist Daddy nun schuld,das sein Sohn ein perverser Mörder ist?
So Thomas Langkau,ich hoffe das es sich schnell im Knast rumspricht,weswegen du da sitzt.Du solltest mit offenen Augen schlafen......
Frauen und Kindermörder haben einen ganz schlechte Publicity dort.

KOPFSCHÜTTLER 10.12.2009 20:19
Kann denn so Jemand ...................

klar im Kopf sein, auch wenn er bestimmte Handungen gesteuert hat,
wie die 140 Messerstiche, die Fahrt nach Berlin usw. usw. ???????
.
Was muss in einem solchen Kopf vorgehen ???
Das kann nichts Gutes sein ............

STEVE 10.12.2009 20:59
Der gutachter hat seinen Job verfehlt glaubt die Lügen !

Zum Selbstmord braucht man sicher kein Pfeffer Spray sowie Grill Anzünder wie kann man sich so verarschen lassen ? Langkau hat die tat lange geplannt hat nur nicht geklappt ! Wie kann man so einen menschen soviel Aufmerksamkeit schenken der gehört bis zum lebensende weggesperrt !!!!

BEKANNTER 10.12.2009 22:27
Lügner!

Wer T.L. kennt, weiß genau wie manipulativ und kontrollierend er ist!
Ich habe sie alle persönlich gekannt und die Aussage, dass sie auf ihn eingeschlagen habe ist so gelogen wie nur sonstwas.
Der Mann sollte endlich zu dem stehen was er getan hat und aufhören sich zu winden!
Aber das war ja leider oft seine Masche....



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