Langkau-Prozess

"Er wollte sich sehen als der König"

29. März 2010 | 16:11 Uhr | Von dpa

Im Prozess um den Doppelmord von Harrislee hat ein Zeuge den Angeklagten als herrschsüchtig beschrieben. Bei Schwierigkeiten sei Langkau oft völlig ausgeflippt, sagte ein ehemaliger Geschäftspartner.

"Er wollte sich sehen als der König. Er wollte der Mittelpunkt sein", sagte der Mann am Montag vor dem Landgericht Flensburg. Zudem sei Langkau bei Schwierigkeiten oft völlig ausgeflippt. Auch in der gemeinsamen Firma sei der Angeklagte der Entscheider gewesen. "Wir anderen waren nur Marionetten." Als der Erfolg des Unternehmens ausblieb, habe der Angeklagte Druck ausgeübt und auch mit der Rockergruppe "Hells Angels" gedroht, falls er seine Investition nicht zurückbekomme. "Er wollte uns Angst machen", sagte der Zeuge aus.

Der angeklagte 38 Jahre alte Familienvater soll im Februar 2009 seine zwei Jahre jüngere Ehefrau und seine Tochter (7) mit 150 Messerstichen getötet und das Haus der Familie in Brand gesetzt haben, um das Verbrechen zu vertuschen. Auf der Flucht hatte er die Taten in einer E-Mail an shz.de gestanden und als Motiv genannt, er sei seinerseits von einem anderen Geschäftsfreund erpresst und bedroht worden.

"Ich hatte Angst"

In dieser E-Mail hatte der Angeklagte auch den Zeugen vor diesem gemeinsamen Geschäftsfreund gewarnt, der dem kriselnden Unternehmen Geld geliehen hatte. "Ich hatte Angst. Ich habe mich versteckt und bin ein anderes Auto gefahren", betonte der Zeuge. Der gemeinsame Geschäftsfreund, der ebenfalls Kontakte zu den "Hells Angels" hatte, soll den Angeklagten am Tattag mit der Rockerbande unter Druck gesetzt und 380.000 Euro innerhalb von 48 Stunden zurück gefordert haben. Daraufhin soll der Familienvater das Verbrechen nach einem Streit mit seiner Frau begangen haben. Der Angeklagte schweigt bislang vor Gericht.

Nach Ostern soll der Zeuge erneut aussagen, dann soll es noch einmal um die möglichen Bedrohungen der Rockerbande gehen. Der Prozess wird allerdings bereits an Gründonnerstag fortgesetzt. Dann soll ein Mann als Zeuge vor Gericht erscheinen, der dem Umfeld der "Hells Angels" zuzurechnen ist und der den Angeklagten kurz vor der Tat zusammen mit dem Geschäftsfreund bedroht haben soll. Auch die Freundin des "Hells-Angels"-Sympathisanten ist geladen.


 

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