Thomas Langkau vor Gericht
Prozess nach Anklageverlesung vertagt
Unfassbarer Doppelmord an Frau und Tochter: Der Prozess gegen einen 38 Jahre alten Vater hat am Donnerstag das Familiendrama von Harrislee wieder ins Bewusstsein der Menschen geholt. Viele Zuschauer und Medienvertreter warten bereits mehr als eine Stunde vor den noch verschlossenen Türen des Saals A 324 des Landgerichts Flensburg. Dort wird dem Mann der Prozess gemacht: Er soll in dem Ort nahe der dänischen Grenze bei Flensburg seine Frau (36) und seine Tochter (7) getötet und anschließend das Haus der Familie angezündet haben, um die Tat zu vertuschen. Er ist wegen zweifachen Mordes und besonders schwerer Brandstiftung angeklagt.
Staatsanwalt Dieter Chlosta zeichnet den Tatabend genau nach: Am 16. Februar kommt der Angeklagte gegen 18.30 Uhr nach Hause. Er hat vier Flaschen Grillanzünder, Streichhölzer und Pfefferspray gekauft. "Das war eine vorbereitete Tat", sagt Chlosta. Ohne Vorwarnung sprüht er seiner Frau das Spray in die Augen und will sie mit einem Betttuch im Kinderzimmer ersticken. Als sie sich heftig wehrt, holt er ein Messer und sticht zu - rund 100 Mal in Brust, Kopf, Arme. Die Schreie der Frau alarmieren die kleine Tochter. Auch auf sie sticht der Vater ein - 50 Mal bis sie stirbt. Als der Staatsanwalt diese Passage verliest, geht ein leises Stöhnen durch die Zuschauerreihen. Der Angeklagte sitzt regungslos da, mit gesenktem Kopf und gefalteten Händen. Nur ab und wirft er einen Blick auf die Richterbank.
"Das war ein ernstzunehmender Suizidversuch"
Um die Tat zu vertuschen, übergießt der Mann laut Anklage Frau und Kind mit dem Grillanzünder, auch einen Teddy der siebenjährigen, berichtet Chlosta weiter. Mit den Streichhölzern zündet er das Kinderzimmer an. Die Obduktion der Leichen ergibt: Die Frau war bereits tot, doch das Mädchen lebte noch, als er das Feuer legte. "Sie hat noch geatmet, hatte Rußpartikel in den Lungen", sagt Chlosta. Aufmerksame Nachbarn rufen um 19.04 Uhr die Feuerwehr, die ein Ausbreiten der Flammen auf das gesamte Haus verhindert.
Mit seiner Flucht hielt der mutmaßliche Mörder die Polizei in Atem. Als Beamte den gelernten Industriekaufmann wenige Tage nach der schrecklichen Tat in Berlin aufspürten, hatte er Schnitt- und Stichwunden am Hals und Oberkörper. "Das war ein ernstzunehmender Suizidversuch", betonte der Staatsanwalt. Zuvor hatte der Angeklagte in einer E-Mail an shz.de seinen Selbstmord angekündigt. Darin nannte er als Motiv Schulden und Erpressung. Er habe seiner Familie Repressalien ersparen wollen. Chlosta betonte, er habe erhebliche Zweifel an diesem Motiv.
Der erste Verhandlungstag hatte kaum begonnen, da war er auch schon wieder zu Ende. Nach Verlesung der Anklageschrift wurde der Prozess wegen Terminüberschneidungen auf kommenden Donnerstag vertagt. Ob der Angeklagte sich dann zu den Vorwürfen äußern wird, ist nach Angaben seines Anwalts Andreas Thiel noch unklar. Insgesamt sind bis Mitte Januar elf Verhandlungstage angesetzt, an denen 41 Zeugen aussagen sollen. "Ich glaube, dass wir ihm die Tat nachweisen können, auch wenn er vor Gericht kein Geständnis ablegt", betonte Staatsanwalt Chlosta.
Leserkommentare
Wegen seiner krummen Geschäfte mussten seine Frau und sein Kind sterben.Wieder einer der in Flensburg hoch hinaus wollte und sich mit dubiosen Machern abgegeben hat.Oder wusste SIE zuviel undhatte keine Lust mehr auf soeinen Mann?
Warum töten die Menschen diejenigen,die sie angeblich lieben?
Wenn Ihm alles zuviel wurde,warum kein Suizid?
Was haben Frau und Kind so böses getan,das sie sterben mussten?
Wegsperren.......für immer und ewig....Leider in Deutschland nicht möglich.Aber in dem Fall bin ich mir sicher,das draussen jemand schon auf Ihn wartet.
es kommt wieder alles hoch ich hatte alles verdrängt aber nun.....
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Meiner Meinung nach ist der Mann völlig gestört, was für eine unfassbare Tat.. Hoffentlich kriegen Sie auch noch seine "Freunde" dran. Wirtschaftlich soll es ja um richtig viel Geld gehen. Der Stern hat heute auch schon einen Bericht drin...