Pastorat in Schinkel wird verkauft
Die Kirchengemeinde Gettorf wird sich vom Pastorat im Roggenrader Weg in Schinkel trennen. Eine Sanierung rechnet sich aus Kostengründen nicht, teilte Pastorin Christa Loose-Stolten in der Sitzung des Kirchenvorstands mit. Wo ein Nachfolger für Pastorin Wiebke Keller einziehen wird, ist noch offen.
"Wir haben verschiedene Gutachten für eine Sanierung des Gebäudes eingeholt", erklärte Loose-Stolten. "Keiner gibt ungern alte Häuser weg. Aber wir haben uns von den Fachleuten überzeugen lassen müssen, dass eine Sanierung zu teuer wäre", sagte die Vorsitzende des Kirchenvorstands weiter. Es gebe bereits Kaufinteressenten für das Pastorat, für dessen Veräußerung es aber noch der Zustimmung des Kreiskirchenvorstands bedarf. Der tagt im Mai. "Das Ergebnis ist abzuwarten", so die Pastorin. Ein neues Pastorat könnte entweder auf einem Grundstück nahe der Kirche gebaut oder im Ort angemietet werden. Eine Entscheidung ist auch dazu noch nicht gefallen.
Die Stelle des Pastors ist zum 1. Juli neu zu besetzen. Dank der Kirchenbeitritte in den vergangenen Monaten wurde eine volle Stelle ausgeschrieben. Die Bewerbungen gingen an den Bischofsbevollmächtigten Gothart Magaard. "Er sucht einen Kandidaten aus, der dem Kirchenvorstand vorgeschlagen wird", erklärte Loose-Stolten. Nach einer Stellungnahme des Gremiums werde der Bischofsbevollmächtigte dann entscheiden.
Abgeschlossen hingegen ist die Spendensammlung für das neue Spielschiff am Kindergarten "Sonnenstern" in Schinkel. Leiterin Siw Kratzert hat 22 Firmen der Umgebung angeschrieben, von denen einige gespendet haben. Zudem brachte eine Haussammlung, die einige Mütter organisierten, 1269 Euro, so dass die für das vier Meter breite und acht Meter lange Schiff erforderlichen 5000 Euro erreicht sind. Für Rutsche, Seile, Farbe und zwölf Kubikmeter Sand drumherum empfahl der Kirchenvorstand, 3000 Euro aus der Baurücklage zur Verfügung zu stellen. Tischlerei Arp wurde mit dem Bau beauftragt und wird im Mai damit beginnen.
Ein weiteres Thema war die Betreuung von Kindern unter drei Jahren in den Einrichtungen der Kirche. Für den "Regenbogen" am Pastorengang, für den es mehr Anmeldungen als freie Plätze gibt, sei ein Antrag auf Anbau für eine Krippengruppe bei der Gemeinde gestellt worden. "Wir haben aber noch nichts gehört", bedauerte Loose-Stolten. "Die Eltern sorgen sich - und wir auch", betonte sie. Denn die Zuschüsse für die Einrichtung von Krippenplätzen würden von den Gemeinden fleißig abgerufen, so dass Eile geboten sei, um noch etwas zu bekommen. Ähnlich ist die Situation in der "Arche Noah" in der Herrenstraße. Nur zwölf Kinder in der Einrichtung seien älter als drei Jahre. "Das zeigt den Bedarf an U3-Plätzen", sagte die Pastorin und forderte dazu auf, sich Gedanken über Angebote zu machen. Die Überlegungen gingen dahin, die derzeitige Struktur mit Vor- und Nachmittagsgruppen in der "Arche Noah" umzuwandeln in fünf Tagesgruppen. Die Betriebsgenehmigung für eine altersgemischte Gruppe sei vorsorglich beantragt worden.
Um Kosten zu sparen, verständigten sich die Mitglieder des Kirchenvorstands darauf, künftig auf das Verschicken des Gemeindegrußes per Post an die Haushalte zu verzichten. Denn das schlägt pro Jahr mit 5000 Euro zu Buche - der Druck kostet 2000 Euro. "Wenn man bedenkt, wo wir überall sparen müssen, ist es nicht einzusehen, das so beizubehalten", meinte Ingrid Schössler und unterstützte den Vorschlag, den Gemeindegruß an Stellen wie dem Rathaus, Kindergärten und der Kirche auszulegen. "Wer ihn haben möchte, kennt jemanden, der ihn ihm mitbringen kann", war Pastor Frank Boysen überzeugt. Und wenn die Proteste zu groß seien, könne man immer noch zum Versand per Post zurückkehren, sagte Boysen.
Für den Umbau der St.-Jürgen-Kirche zur Konzertkirche gibt es einen Zuschuss von 44 000 Euro von der Aktiv-Region "Hügelland am Ostseestrand", berichtete Loose-Stolten. So könne die Umgestaltung des Behinderteneingangs, die Sanierung der Toiletten sowie die Gestaltung der Außenanlagen angegangen werden. Es gebe auch bereits zahlreiche Anfragen von Künstlern und Musikern, so dass es bis Dezember monatlich eine Veranstaltung in der Kirche geben wird, kündigte die Pastorin an. Auch die Heimatgemeinschaft Eckernförde möchte die Kirche nutzen für eine Ausstellung über den Dänischen Wohld. Es werden noch Ehrenamtler für die Betreuung gesucht.
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