Hertie-Immobilie
Neue Belebung im Süden der Hauptstraße?
Niebüll / . Die AVW Immobilien AG aus Buxtehude plant, die ehemaligen Hertie-Häuser an allen sieben Nord-Standorten (Rendsburg, Schleswig, Niebüll, Itzehoe, Mölln, Husum und Elmshorn) zu übernehmen (wir berichteten). Genaueres erfuhren die Bürgermeister und Büroleiter der betroffenen Kommunen am Dienstag in Bremerhaven. Vertreter des Unternehmens hatten eingeladen und stellten ihre Pläne vor. Einer der Teilnehmer war Bürgermeister Wilfried Bockholt, und der zeigt sich zuversichtlich. "Es war keines der Gespräche, von denen man sagt: Na ja, war ein netter Tag." Bockholt spricht von echten Perspektiven.
Eine völlig neue Welt
Vorbild für die Umstrukturierung soll das von AVW betriebene "Mediterraneo" in Bremerhaven sein. Wilfried Bockholt hatte mit den übrigen Teilnehmern die Gelegenheit, vor Ort Eindrücke zu sammeln und ist angetan. Das Konzept bewertet er als sehr interessant. "Es ist ein Shopping-Center mit Kleinshops und Gastronomie - alles mit mediterranem Flair." Vergleichbares habe er in Amerika gesehen. "Schon nach kurzer Zeit hat man das Gefühl, in einer völlig anderen Welt zu sein." Niebüll ist das kleinste der sieben Häuser. Die Innenstadtlage komme den Plänen von AVW, die sich ausschließlich auf die Hertie-Immobilien im Norden konzentriere, in jedem Fall zugute. Das Unternehmen geht von der Annahme aus, "dass die großen Einkaufszentren auf der grünen Wiese vor dem Hintergrund des demografischen Wandels keine Zukunft haben". Das Haus in Niebüll sei daher ein attraktiver Standort, auch in touristischer Hinsicht, so die Einschätzung des Bürgermeisters. Wie das Konzept umzusetzen und an die Region anzupassen ist, werde sich zeigen. Alles geschehe in Absprache mit der Landesregierung.
Gute Beziehungen
Die alles entscheidende Frage sei nun, wie man die sieben Häuser im Paket "herausbekomme". "Gelingt dies, zeigen sich ganz andere Möglichkeiten." AVW kenne alle Immobilien, werde prüfen, eine eine Beurteilung für die sieben Häuser im Paket formulieren und anschließend an den insolventen Besitzer Dawnay Day herantreten. "Die Immobilien AG verfügt über gute Beziehungen zu der britischen Gesellschaft", so Bockholt.
"Es ist ein neuer Schritt."
Der Bürgermeister möchte bei den Niebüllern keine unnötigen Hoffnungen schüren. Denn noch sei man bei AVW am Anfang. "Es ist ein neuer Schritt", beschreibt er die Lage und ergänzt: "Unsere Gesprächspartner sind keine Traumtänzer - da steckt Substanz dahinter. Sie haben eine sehr reale Einschätzung zu dem, was Notwendigkeiten sind. Sie werden ihre Professionalität nutzen."
Die alten Zeiten sind vorbei
Jetzt heißt es abwarten und hoffen - etwa vier bis fünf Wochen. Ende Mai, so die Absprache, wird die Arbeitsgemeinschaft, ein loser Zusammenschluss der sieben Bürgermeister, dann endgültig erfahren, wohin die Reise geht. "Dann sehen wir weiter." Eines aber ist sicher: "Ein Kaufhaus, wie wir es bisher von Hertie kannten, wird es nicht mehr geben."





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