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Betrugsopfer

"Meine Mutter hat 5000 Euro verloren"

14. August 2008 | 14:01 Uhr | Von Anja Werner

Erik Clausen aus Lütjenholm mit einigen Schreiben von Lotto-Gesellschaften, die seine Mutter mutmaßlich betrogen haben. An neun Unternehmen sollen ihre Daten weitergegeben worden sein. Foto: Staudt

Zwei Jahre lang wurde abgebucht, die Mutter von Erik Clausen wurde immer wieder mit Anrufen "bombardiert". Sie wollte keine neuen Lose - trotzdem gingen Zahlungen vom Konto ab.

"Meine Mutter war in  einer echten Notsituation, aus der sie sich allein nicht mehr befreien konnte." Erik Clausen (52) blickt noch immer fassungslos auf die Schreiben verschiedener Lotto-Gesellschaften, die das Konto seiner über 80 Jahre alten Mutter in den vergangenen zwei Jahren um rund 5000 Euro geplündert haben - ohne jede schriftliche Zustimmung. Darunter auch eine Spielbeteiligung mit SKL-Nennung.

Allein im vergangenen Monat wurden über 500 Euro an Spielbeträgen vom Konto der in Flensburg lebenden Rentnerin, die anonym bleiben will, abgebucht. Der finanzielle Kollaps wäre längst eingetreten, wenn sich auf dem Konto der Seniorin neben der monatlichen Rente von rund 900 Euro nicht auch noch ihre Ersparnisse befunden hätten. "Die Hälfte davon sind aber schon weg - wahrscheinlich für immer", bedauert Erik Clausen.

Abgebucht, obwohl nicht zugestimmt wurde

Ein einziges Mal ließ sich seine Mutter im Jahr 2006 von einem hartnäckigen Glücksspiel-Werber am Telefon ihre Bankverbindung entlocken. Danach buchten auch neun weitere Gesellschaften fleißig in unregelmäßigen Abständen ab. "Dahinter steckt doch kriminelle Energie, das ist Betrug mit System", kritisiert Clausen, der die Kripo eingeschaltet hat. Zu den finanziellen Verlusten, die die Geschädigte erst vor wenigen Tagen ihrem Sohn gebeichtet hat, kamen täglich mehrere belästigende Anrufer. Sie haben der Rentnerin weitere Glücksspiel-Beteiligungen aufschwatzen wollten. "Obwohl sie mehrfach deutlich betont hat, dass sie das nicht möchte", sagt Erik Clausen, der den Zustand seiner Mutter in letzter Zeit als "äußerst bedrückt" beschreibt.

Um sie vor weiteren Verlusten zu schützen, hat der Versicherungs-Experte seiner Mutter eine neue Telefonnummer und eine neue Bankverbindung verschafft. Die niemals unterschriebenen Verträge mit allen Lotto-Gesellschaften sind gekündigt, auch der mit der SKL. Doch ob die alte Dame nun beruhigt sein kann, ist noch offen - die SKL-Gesellschaft hat bereits schriftlich mitgeteilt, dass ein Widerruf unmöglich ist.


 

Leserkommentare

 
BERND 13.08.2008 15:06
Datenmissbrauch ist lange bekannt

Gibt man bei einer Suchmaschine "Callcenter und Betrug" ein findet man unzählige Berichte von Opfer und über die Methoden der Callcenter und deren Datenmissbrauch. Warum wurden die Verbaucherschützer nicht eher tätig?

EDUARD 14.08.2008 14:11
Callcenter ...

Ich hab auch schon mit einigen älteren Leuten gesprochen die solche ähnlichen Probleme haben. Da ich aus beruflichen Gründen auf Kundschaft bin kriegt man auch ab und an mal was mit. Sowas zwar nicht grad aber den hat man irgendwelche Lexkons andrehen wollen und wenn nicht für die älteren Leute dann für ihre Enkel, wenn sie dann welche hatten.



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